Eine Moorlandschaft in der Lüneburger Heide.
Ellen Hartmann | am

Moornutzung: Landwirte dürfen nicht vergessen werden

Da entwässerte Moorböden wesentlich zum Kohlendioxid-Ausstoß beitragen, sind Maßnahmen wie die Wiedervernässung notwendig. Das Landvolk will sich jetzt mit eigenen Ideen an der Bund-Länder-Zielvereinbarung "Klimaschutz durch Moorbodenschutz" beteiligen.

"Ich möchte, dass im Jahr 2050 noch Landwirtschaft auf Moorflächen möglich ist, mit moorschonenden Methoden, die noch eine Milchviehhaltung zulassen", so Dr. Karsten Padecken. Er ist Vorsitzender des Grünland-Ausschusses beim Landvolk Niedersachsen

Blick in die Vergangenheit

"Die Kultivierung unserer Moorböden war eine historische Leistung im gesellschaftlichen Auftrag", sagt Padeken.

Daher fordert das Landvolk, dass die generationsübergreifende Arbeit der systemischen Entwässerung und Erschließung der Moore auch gewürdigt werden müsse. Denn die Entwässerung habe in vielen Regionen für Aufschwung und Wohlstand gesorgt.

Was passiert heute mit den Moorböden?

Heute werden Moorböden meist für die Erzeugung von Futter für Milchkühe, Schafe und Pferde bewirtschaftet. Doch auch Kartoffeln oder Getreide werden in kleinen Mengen im Moor angebaut. Deshalb fordert das Landvolk: Landwirte sollen nicht Opfer der Wiedervernässungs-Maßnahmen werden. Denn um Treibhausgas-Emissionen langfristig zu minimieren, müsse die Regierung die erforderlichen Mittel zur Verfügung stellen.

Einen gemeinsamen Weg finden

"Bund und Länder müssen nun einen Weg finden, die Lasten für die anerkannt notwendige Klimagasreduzierung zu teilen", weiß Padeken. "Dies beinhaltet Maßnahmen von Renaturierung über Extensivierung bis hin zu moorschonenden Bewirtschaftungen. Eine Transformation der Gebiete mit Zwangsinstrumenten lehnen wir aber entschieden ab. Es darf keinesfalls zu einer einseitigen Belastung von Eigentümern oder Nutzern der Moore kommen."

Jedoch gibt er auch zu bedenken, dass die Anhebung des Wasserstandes mit großen Mehrkosten für regionale Unterhaltungsverbände verbunden sei. Hier würden eine genaue Bestandsaufnahme, ein Flurbereinigungsverfahren und wasserrechtliche Planungen benötigt, was derzeit noch vernachlässigt werde.

Mit Material von LPD
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