Kornblumen im Feld

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Janina Schuster | am

Niedersächsischer Weg: Modellregionen geplant

Landwirtschaft, Naturschutz und Politik haben im letzten Jahr vereinbart, mehr für Artenvielfalt und Insektenschutz zu tun. Modellregionen sollen nun den „Niedersächsischen Weg“ in der Praxis zeigen.

Das Projekt mit dem Namen "Eigene Vielfalt – Gemeinsam zum Biotopverbund mit Naturschutz & Landwirtschaft" besteht aus den Partnern Landvolk, BUND und Landwirtschaftskammer. Anhand von drei Modellregionen wollen sie zeigen, wie mehr artenreiche Lebensräume in der Agrarlandschaft geschaffen werden können und damit den Vereinbarungen des Niedersächsischen Weges (Nds.Weg) in der Fläche einen Raum zur Erprobung geben.  Der Nds. Weg sieht neben einem Insektenschutzprogramm auch die Entwicklung eines landesweiten Biotopverbundes auf 15 Prozent der Landesfläche und 10 Prozent der Offenlandfläche bis 2023 vor.

Wie lässt sich mehr Artenvielfalt in der praktischen Landwirtschaft erreichen?

"Uns eint das gemeinsame Ziel, die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft zu fördern", betont Landvolk-Präsident Dr. Holger Hennies. Es ginge auch darum voneinander zu lernen. "Jeder Partner soll seine Perspektive einbringen. Aus Sicht der Landwirtschaft geht es vor allem um Fragen der praktischen Umsetzung und der langfristigen Finanzierung solcher Naturschutzmaßnahmen", sagt er.

"Der individuellen Beratung der Betriebe kommt eine Schlüsselfunktion zu, wenn es darum geht, noch mehr Artenvielfalt in der praktischen Landwirtschaft zu erreichen", sagt Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK). "Unsere Berater haben zu den Betriebsleitern in der Fläche ein wertvolles Vertrauensverhältnis aufgebaut. Uns ist es sehr wichtig, den Praktiker zu vermitteln, dass Maßnahmen für den Artenschutz auch in ihrem Sinne sind und dass ein Miteinander von Naturschutz und landwirtschaftlicher Produktion für jeden Betrieb umsetzbar ist und auf Dauer umsetzbar bleibt."

Mit Hecken biologische Vielfalt fördern

Viele Betriebe stünden in zahlreichen Gebieten des Natur- und Artenschutz vor noch offenen Fragen. Gemeinsam entwickelte Schulungen sollen das Wissen rund um verschiedene Themen stärken und den steten Erfahrungsaustausch stärken. Der Heckenpflege wird dabei eine besondere Bedeutung zugeschrieben. Um den Wissenstransfer dort voranzutreiben werden sie von der Stiftung Kulturlandpflege unterstützt. "Um das Artensterben zu stoppen, müssen im ländlichen Raum mehr Lebensräume für typische und gefährdete Arten der Agrarlandschaft entstehen", erklärt Axel Ebeler, stellvertretender Landesvorsitzender des BUND Niedersachsen. Mit der Instandsetzung, Pflanzung und angepasster Pflege von Hecken aus heimischen Gehölzen mit Krautsäumen, fördere man die biologische Vielfalt in der Landwirtschaft. "Gehölze sind wichtige Bestandteile für einen Biotopverbund in der Landschaft und bieten wertvolle Lebensräume für viele Tiere, darunter auch zahlreiche Insektenarten. Sie dienen als Trittsteine und Wanderkorridore und sind von großer Bedeutung für den genetischen Austausch", sagt er.

Wo befinden sich die Modellregionen?

Die Modellregionen sollen in den nächsten drei Jahren im Ammerland, Rotenburg und Südniedersachsen entstehen. Die Kooperation besteht aus Akteurinnen und Akteuren der Landwirtschaft, Naturschutz, Jägerschaft, Wasser- und Bodenverbänden. Zusammen planen sie Pflanz- und Pflegemaßnahmen und setzen diese um. Dafür sollen zunächst gemeinsame Leitbilder und Qualitätskriterien für Gehölzpflanzungen und -pflege entwickelt werden. Die Erkenntnisse, die im Rahmen des Projekts bei der Umsetzung gewonnen werden, sollen in einem Handbuch mit Handlungsempfehlungen zusammengefasst werden. Das Projekt wird gefördert von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung.

Mit Material von LPD
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