Zuckerrübe
Werner Raupert | am

Nordzucker mit Fokus auf Zucker aus Rübe und Rohr

Zucker aus Rübe und Rohr: Mit diesem Fokus will die Nordzucker AG die Weichen für ein langfristig profitables Wachstum stellen.

Wie wird sich die Nordzucker AG künftig ausrichten? Das war ein Thema der diesjährigen Hauptversammlung. Problematisch sind zurzeit der extreme Preisverfall wegen der EU-Überproduktion und die weltweit veränderten politischen Rahmenbedingungen. Das Unternehmen will den Fokus auf Zucker aus Rübe und Rohr setzen.

Nur so sei langfristig profitables Wachstum möglich.

Wettbewerbsverzerrung: Politik gefordert

Der Vorstandsvorsitzende der Nordzucker AG, Dr. Lars Gorissen, beschrieb in seiner Rede zunächst das aktuelle Marktumfeld: „Die Bedingungen sind aufgrund der Überproduktion auf dem Weltmarkt und nach Abschaffung der Quoten auch in der EU extrem anspruchsvoll."

Treiber seien neben Subventionen in Indien und Thailand auch gekoppelte Zahlungen für den Rübenanbau in zahlreichen Ländern der EU. Das verzerre den Wettbewerb, hier sei die Politik gefordert.

Keine Dividende an Aktionäre

Folgende Geschäftsergebnisse sind zu verzeichnen:

  • Im ersten kompletten Geschäftsjahr ohne feste Quoten und Mindestpreise erzielte Nordzucker mit 1.650 Millionen Euro einen 18 Prozent geringeren Umsatz als noch im Vorjahr.
  • Das operative Ergebnis (EBIT) betrug minus 58 Millionen Euro (Vorjahr: 154 Mio. Euro).
  • Das Geschäftsjahr schloss Nordzucker mit einem Jahresfehlbetrag von minus 36 Millionen Euro (Vorjahr: 118 Mio. Euro) ab.
  • Aufgrund der Geschäftsentwicklung wird keine Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet.

Zucker hat Zukunft

Trotz der bestehenden Unsicherheiten sieht Nordzucker gute Perspektiven für Unternehmen und Anbauer.

„Bei dem Preisniveau kann kaum jemand kostendeckend Zucker liefern“, sagte Gorissen und betonte zugleich: „Weltweit steigt die Nachfrage kontinuierlich. Zucker ist zudem eine wichtige Zutat in Lebensmitteln und nicht einfach zu ersetzen. Wir rechnen mittelfristig mit steigenden Preisen und setzen klar auf Zucker – aus Zuckerrübe und Zuckerrohr.“

Transformationsprozess im Kerngeschäft in Europa

Um auch künftig wettbewerbsfähig zu sein und weiter zu wachsen, hat Nordzucker einen umfassenden Transformationsprozess im Kerngeschäft in Europa gestartet:

  • Im Rahmen der Vertriebsstrategie wird das Produkt- und Serviceportfolio angepasst,
  • die Organisation auf die Kernprozesse fokussiert und
  • die Kosten, insbesondere in der Verwaltung, deutlich reduziert.

Zudem steigt Nordzucker ins Zuckerrohrgeschäft ein und plant die Transaktion des zweitgrößten australischen Produzenten Mackay Sugar Limited zeitnah abzuschließen. Damit erschließt sich Nordzucker nicht nur den stabilen australischen Markt, sondern sichert sich den Zugang zu dem am stärksten wachsenden Markt in Asien.

Drastisch veränderte Rahmenbedingungen

Jochen Johannes Juister, Aufsichtsvorsitzender der Nordzucker AG, betonte in seinem Vortrag: „Die Rahmenbedingungen haben sich für Nordzucker und ihre Landwirte drastisch verändert. Das Unternehmen ist aber nach wie vor sehr stabil und solide aufgestellt. Als Aufsichtsrat unterstützen wir die Strategie und den eingeleiteten Transformationsprozess vollumfänglich.“

Ergebnisse der Abstimmung

Folgende Abstimmungsergebnisse sind festzuhalten:

  • Die Hauptversammlung bekräftigte den Kurs des Unternehmens und entlastete Vorstand und Aufsichtsrat mit sehr großer Mehrheit.
  • Jochen Johannes Juister (Nordhastedt) wurde nahezu einstimmig in den Aufsichtsrat gewählt.
  • Henrik Madsen (Padborg, Dänemark) wurde mit überzeugender Mehrheit als Mitglied in Aufsichtsrat der Nordzucker AG gewählt.
  • Im Anschluss an die Hauptversammlung traf sich der neu gewählte Aufsichtsrat der Nordzucker AG zu seiner konstituierenden Sitzung:
  • Jochen Johannes Juister wurde als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Nordzucker AG nahezu einstimmig in seinem Amt bestätigt.
  • Als Stellvertreter wurde für die Aktionärsvertreter Helmut Bleckwenn sowie Sigrun Krussmann für die Arbeitnehmervertreter gewählt.

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