Arbeiter ernten Blumenkohl
Christel Grommel | am

232 Erntehelfer in Bayern mit Corona infiziert

Mehr als ein Drittel der Erntehelfer haben sich auf dem Betrieb infiziert. Fast 500 Menschen stehen unter Quarantäne und dürfen den Betrieb nicht verlassen.

Das Ausgehverbot wird von einem Sicherheitsdienst überwacht. "Um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden, müssen wir zum Schutz der Bevölkerung leider diesen Schritt gehen", erklärte der Landrat. 

Sieben Mitarbeiter hatten sich schon zuvor infiziert, was auch der Auslöser für die Reihentests war. Bei dem Betrieb handelt es sich um einen großen Gemüsehof, der Erdbeeren, Gurken, Kohl und Rote Bete anbaut. Auf dem Hof wurden infizierte von nicht infizierten Mitarbeitern getrennt, um das Gelände wurde ein Absperrzaun errichtet. 

Grüne und SPD gaben der bayerischen Staatsregierung Mitverantwortung. Sie kritisierten, dass die Kontrolle der Unterkünfte von Saisonarbeitern vernachlässigt worden sei. "Wir haben nach dem Corona-Ausbruch in dem Wiesenhof-Schlachthof Mitte Mai bereits ein Sonderkontrollprogramm auch für Bauernhöfe mit Erntehelfern gefordert", sagte Umweltexperte Florian von Brunn. "Gerade die Hygienebedingungen am Arbeitsplatz und die Wohnverhältnisse müssen aus unserer Sicht scharf kontrolliert werden. Das ist offensichtlich nicht passiert."

Zahl der Infizierten erhöht sich

+++ Update: 1. August +++

Die Zahl der infizierten Erntehelfer hat sich auf 232 erhöht. "Mit den 52 Neuinfizierten nach der Zweittestung auf dem Betrieb summiert sich die Zahl der Corona-Positiven dort nun auf insgesamt 232 Personen", teilte am Freitagabend das Landratsamt Dingolfing-Landau mit.

Fast genauso viele - 231 Erntehelfer - seien dagegen auch das zweite Mal negativ getestet worden.

Tests unter Anwohnern ergaben demnach bislang nur einen Infizierten. "Bei mehreren tausend freiwilligen Testungen an den Teststationen gab es bislang nur einen einzigen positiven Fall, der unverzüglich informiert und in Quarantäne versetzt wurde."

Das Landratsamt leitete am Freitagabend nach eigenen Angaben "umgehend eine Trennung der nun positiv getesteten Saisonarbeitskräfte von den negativ Getesteten in die Wege".

Für die Landkreisbevölkerung sieht der Landrat aufgrund der strikten Quarantäne kein Ansteckungsrisiko. 

Mit Material von dpa
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