zu warmer Januar für Winterraps
Charlotte Meyer | am

Ackerbau: Alle Zeichen stehen auf Frühling - jedoch bleibt die Sorge

Trotz frühlingshafter Witterung ist der Winter nicht vorüber. Mögliche späte Kahlfröste machen Niedersachsens Ackerbauern Sorgen.

In Niedersachsen stehen alle Zeichen auf Frühling: blühende Krokusse, die Rückkehr der Zugvögel und Temperaturen bis zu 17 Grad. Laut einer Umfrage des Landvolks Niedersachsen haben sich die Winterssaaten in den vergangenen Monaten gut entwickeln können und sind in ihrem Wachstum weit fortgeschritten.

Doch die Landwirte betrachten dies dennoch mit Sorge: „Tiefe Minustemperaturen ohne schützende Schneedecke würden die Vegetation jetzt stark schädigen.“, sagte der Vorsitzende des Landvolk- Ausschusses Pflanze, Karl-Friedrich Meyer. Bei einem späten Kälteeinbruch drohe der Totalausfall.

Grundsätzlich wirke sich ein gewisser Kältereiz, auch Vernalisation genannt, positiv auf die Entwicklung des Wintergetreides aus. Während der milden Winter in den vergangenen Jahren, bleibe dieser jedoch meistens aus. Und könne nun zur Gefahr für die Pflanzen werden.

Nach Regenfällen: Wasserspeicher weiterhin stark im Defizit

Die ergiebigen Niederschläge im Februar waren laut Meyer dringend notwendig. „Wir Bauern hätten uns den Regen durchaus früher und etwas besser verteilt gewünscht.“ Jetzt stehe das Wasser insbesondere auf den Feldern, wo es aufgrund der Bodenverhältnisse nicht so schnell nach unten abfließen könne wie auf sandigen Böden. Die Frühjahrsbestellung werde wegen fehlender Befahrbarkeit der Äcker vermutlich erst verspätet in begonnen werden können. 

Vielerorts ist das Wasser nach Landvolk-Angaben dennoch nicht bis in den Unterboden vorgedrungen. Nach den trockenen vergangenen beiden Jahren sind die Wasserspeicher weiterhin stark im Defizit.

Raps: gute Nachfrage steht verringerter Anbaufläche gegenüber

Die Vermarktung der Ernte 2019 verläuft gut, verkündet der Ausschuss Pflanze: Die Getreidelager seien bereits weitgehend leergeräumt. Die Exportnachfrage seien unter anderem deshalb so hoch, da die französische Landwirtschaft als Anbieter in dieser Saison nicht so stark vertreten war.  Ebenfalls marktbelebend wirken die Futtermittelproduzenten und die Veredelungslandwirte. So ist Raps beispielsweise sowohl als Schrot für die Verfütterung als auch für die Verarbeitung zu Öl derzeit sehr gefragt. Gegenläufig zur guten Nachfrage steht hingegen die weiter reduzierte Rapsanbaufläche in Deutschland. Grund dafür sind das Verbot vieler wichtiger Pflanzenschutzmittel und die extreme Trockenheit zur Aussaat, sodass nicht alle Rapsfelder tatsächlich bestellt wurden.

Die Landwirte agieren beim Abschluss der Vorkontrakte zum Verkauf der neuen Ernte derzeit sehr vorsichtig – denn die Preise sind wenig attraktiv und die Witterung wechselhaft.  Das macht die  Ertragsplanung zunehmend schwieriger.

Mit Material von Landvolk Niedersachsen

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