Frisch gemähtes Ackergras

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Gerd Lange | am

Ackergras: Futterlücken konnten teilweise gefüllt werden

Mit der Ernte von Ackergras können die Futterlücken wenigstens zum Teil aufgefüllt werden. Die Bestände haben sich im April qualitativ und quantitativ insgesamt gut entwickelt.

Auch 2020 ist wieder ein besonderes Jahr für den Futterbau. Es geht für viele Betriebe um die weitere Ausrichtung des Betriebszweiges und manchmal auch um die Existenz. Grundfutter ist nach zwei Trockenjahren absolute Mangelware. Es ist nicht immer möglich, Futterlücken kurzfristig zu schließen. Mit der Ernte von im Spätsommer ausgesätem Ackergras können die Lücken nun wenigstens zum Teil wieder aufgefüllt werden.

Entwicklung

Die Ackergrasbestände konnten sich im April qualitativ und quantitativ insgesamt gut entwickeln, trotz der ungewöhnlich trockenen Witterung. Die Aufwuchshöhen betrugen am 27./28. April immerhin 43 bis 58 cm.

Der Vergleich der Klimaregionen zeigt bereits eine frühe Entwicklung der drei Standorte in der Klimaregion Westliches Niedersachsen. Am 7. April wurden dort bereits knapp 30 dt TM/ha ermittelt. Innerhalb von drei Wochen wurde ein täglicher Zuwachs von durchschnittlich 1,0 dt TM/ha erzielt.

Im Mittel der drei Standorte konnten nun 49,7 dt TM/ha bei sehr günstigen Energiegehalten von durchschnittlich 6,6 MJ NEL/kg TM geerntet werden. Die Rohfasergehalte (XF % i.TM) lagen mit durchschnittlich 21,8 % XF i.TM (Spanne 19,6 bis 23,8 % XF i.TM) in einem für die Konservierung als Milchviehfutter sehr günstigen Bereich. Die Aufwuchshöhen betrugen 48 bis 58 cm.

Weitere Klimaregionen Niedersachsen

In den weiteren Klimaregionen begann die ertragliche Entwicklung etwas verzögert. Die Klimaregionen Küste (39,8 dt TM/ha in Pewsum) und Hannover-Braunschweig (37,8 dt TM/ha in Obershagen) und das Weser-Leine-Bergland (40,4 dt TM/ha in Bad Laer) erreichten bis Ende April gegenüber der Region Westliches Niedersachsen um 10 bis 12 dt TM/ha geringere Erträge. Dabei war die Qualitätsreife mit 20 bzw. 20,5 % XF i.TM an der Küste und im Weser-Leine-Bergland fast erreicht.

Der kontinental geprägte Standort Obershagen eignet sich bei 43 cm Aufwuchshöhe bisher nicht für eine wiederkäuergerechte Fütterung, da der Rohfasergehalt mit nur 17,2 % XF i.TM deutlich unter dem angestrebten Bereich (21 bis 23 % XF i.TM) lag. Durch intensive Sonneneinstrahlung kam es hier bei geringer Bodenfeuchte und kühlen Nächten kaum zum Abbau des durch Photosynthese gebildeten Zuckers (36 % XZ i. TM).

Prognosen

Durch Tiefdruckeinfluss ist der Wetterverlauf jetzt erstmal unbeständig. Zwischendurch zeigt sich aber auch mal die Sonne. Voraussichtlich steigt zur Wochenmitte die Schauer- und Gewitterneigung an. Mit dem Einfluss der Tiefdruckwetterlage werden die Zuckergehalte deutlich abnehmen. Niederschläge treiben das Wachstum voran und erhöhen dadurch die Rohfaserwerte deutlich. Bei Erntewetter sollte die Ackergrasernte eingefahren werden.

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