Biogastankstelle
Edith Kahnt-Ralle | am

Aktionswoche zur Mobilität mit Biomethan gestartet

Der Trend zur Elektromobilität scheint unumkehrbar. Doch was ist mit anderen umweltfreundlichen Alternativen?

Die Klimabilanz im Verkehrssektor ist miserabel: Seit 1990 sind die Treibhausgasemissionen gleichbleibend hoch, beim Schwerlastverkehr sogar um 43 Prozent gestiegen. Sie stehen damit im krassen Widerspruch zum Klimaschutzgesetz, das ein Minus von 48 Prozent bis 2030 vorsieht.

Der dringend notwendige Handlungsbedarf lässt sich allein mit E-Mobilität kurzfristig nicht lösen – davon waren die Teilnehmer eines Pressegesprächs im Rahmen der Aktionswoche "Biogas to Drive" überzeugt. "Um das 1,5 Grad-Ziel bzw. die von der EU formulierte 55 % CO2-Minderung bis 2030 zu erreichen, müssen wir jede zur Verfügung stehende klimafreundliche Antriebsform nutzen", fordert daher der Präsident des Fachverbandes Biogas e.V., Horst Seide. "Dafür müssen jetzt die Weichen gestellt werden. Denn jetzt werden die Entscheidungen getroffen – sowohl bei den Fahrzeugherstellern als auch bei den Tankstellenbetreibern und den Erzeugern und Händlern von Biomethan."

Alternative dringend notwendig

"Wir brauchen eine sofort verfügbare Alternative zu Diesel und Benzin, die praxistauglich ist und sich sowohl für PKW als auch für LKW eignet", fordert der Verbandspräsident. Von mehr als 9.000 Biogasanlagen in Deutschland bereiten 220 das Biogas zu Biomethan auf und speisen es ins Erdgasnetz ein. Aktuell erzeugen die deutschen Biogasanlagen pro Jahr rund 100 Terawattstunden (TWh) Gas. Davon werden etwa 10 TWh zu Biomethan aufbereitet und ins Gasnetz eingespeist. Das meiste wird dezentral in BHKW zu Strom und Wärme umgewandelt.

Zu wenig Biomethan landet im Verkehr

Nur gut eine Terawattstunde Biomethan landet im Verkehr – das ist immerhin dreimal so viel wie noch vor fünf Jahren, aber immer noch viel zu wenig angesichts der bestechenden Vorteile dieser Kraftstoffoption. Insgesamt geht der Fachverband Biogas von einem Potenzial von ca. 240 TWh aus, das in deutschen Biogasanlagen erzeugt werden könnte. Damit ließe sich knapp ein Zehntel der 3,4 Mio. zugelassenen deutschen LKW betanken.

"Biogas in Form von CNG oder LNG ist heute schon verfügbar und erprobt, wird regional erzeugt, spart bis zu 90 Prozent an Treibhausgasen ein und ist zudem deutlich preiswerter als Benzin oder Diesel", ergänzte Horst Seide.

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