Wildpflanzen-Energie
Landesjägerschaft Niedersachsen e.V : | am

Alternative zu Mais? Energie aus Wildpflanzen gewinnen

Wildpflanzen zur Energiegewinnung? Das wäre eine Alternative zum Mais.

Wildpflanzen für die energetische Nutzung als Alternative zum Mais anzubauen, bietet Chancen auf mehr Artenvielfalt. Zusätzlich zeigt sich ein positiver Effekt auf die Grundwasserqualität.

Zu diesen Ergebnissen kommt das Forschungsprojekt „Nährstofffixierung mehrjähriger Wildpflanzen auf Praxisflächen in Niedersachsen“ der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) und des 3N Kompetenzzentrums Niedersachsen Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie e.V. (3N).

Potenzial zur Stickstoffbindung

Von 2017 bis 2019 untersuchten die Projektteilnehmer auf neun Versuchsflächen mit insgesamt 25 Hektar in Lingen, Syke, Bruchhausen-Vilsen und Wiefelstede die Nährstoffgehalte im Boden, im Erntegut und in der Wurzelmasse.

Unter anderem wurden in regelmäßigem Turnus Nmin-Messungen durchgeführt, die sowohl mehrjährig etablierte Wildpflanzenbestände als auch neu angelegte Flächen einbezogen. Zu verschiedenen Zeiten der Vegetationsperiode stand dabei die Nährstoffausnutzung – insbesondere Nitrat – im Fokus, um das Potenzial zur Stickstoffbindung zu klären.

Wildpflanzen setzen Nährstoffe in Biomasse um

Mehrjährige Wildpflanzen setzen die zur Eigenversorgung benötigten moderaten Nährstoffmengen vollständig in Biomasse um, lautet eine der Kernaussagen der Untersuchungsergebnisse. Darüber hinaus entziehen sie dem Boden bis zum Vegetationsende Nitrat, was für eine verbesserte Qualität des Grundwassers sorgt.

Ergänzend zu den regelmäßigen Nmin-Beprobungen wurden 2018 und 2019 zudem Nitrattiefenprofile erstellt. Hierdurch konnten Auskünfte über die Nitratüberschüsse der vergangenen Jahre gewonnen werden – mit einem deutlichen Effekt: In den tieferen Bodenschichten, die aus der Vorbewirtschaftung mit Maisfruchtfolgen stammen, wurden durchschnittlich 127 mg Nitrat/l im Bodenwasser gemessen.

Dagegen lag der Wert in den oberen Bodenschichten, die dem Wildpflanzenanbau zuzuordnen sind, mit 42 mg/l Nitrat deutlich niedriger. „Der Anbau von Wildpflanzen führt unter dem derzeit praktizierten Düngeregime gegenüber der herkömmlichen Bewirtschaftung zu einer Reduktion der Nitratausträge in das Grundwasser“, fasst die mit der Auswertung der Tiefenprofile beauftragte Ingenieurgemeinschaft für Landwirtschaft und Umwelt (IGLU) zusammen.

Vielversprechende Ergebnisse

Auch Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast zeigte sich anlässlich der Vorstellung der Abschlussergebnisse des Projektes angetan: „Das sind sehr vielversprechende Ergebnisse. Neben der Steigerung der Artenvielfalt ist die Vermeidung von Stickstoffausträgen im Boden ein weiterer positiver Effekt, der für den Anbau dieser Wildpflanzenmischungen spricht“, sagte sie.

 

Wildpflanzen: Weniger Ertrag als Mais

Die Projektergebnisse zeigten jedoch auch, dass bei der Energieausbeute ein deutlicher Unterschied zwischen Wildpflanzen und Mais besteht. Bei der Beerntung bieten die Methanerträge je Hektar ein um 30 bis 50 Prozent niedrigeres Ertragsniveau im Vergleich zur Maissilage. Dieses müsse über ein Förderverfahren auszugleichen werden, waren sich die Verbundpartner Landesjägerschaft und 3N einig.

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