Der Botanische Sondergarten Wandsbek hat ausgerechnet die Kartoffel zur Giftpflanze des Jahres gewählt. Das hat einen Grund.
Man will damit auf die Giftwirkung hinweisen, die die grünen Pflanzenteile und Früchte der Kartoffel haben können. Vom Verzehr der leckeren Knollen wolle man nicht abraten - im Kartoffelland Niedersachsen kann man also aufatmen.
Beliebt, aber eine Giftpflanze
Die Kartoffel ist ganz klar eine Überraschung beim Titel Giftpflanze des Jahres, ist sie doch kulinarisch äußerst beliebt in Deutschland. Als Beilage, als Hauptgericht mit Quark, Auflauf, Kartoffelsalat, Chips und Pommes. Sie zählt dennoch zu den hoch giftigen Pflanzen.
Als Nachschattengewächs enthält die Kartoffel giftige Alkaloide, die sogenannten Solanine. Diese sind grundsätzlich in allen Teilen der Pflanze in unterschiedlich hoher Konzentration enthalten, am wenigsten davon in der essbaren Knolle. Das grüne Kartoffelkraut ist giftig - aber auch die Knolle selbst kann zu Vergiftungserscheinungen wie Durchfall, Erbrechen, Kopfschmerzen oder Schlimmerem führen.
Kartoffelanbau: Ein Arbeitsgang statt drei
Wann muss man bei Kartoffeln vorsichtig sein?
Vorsicht ist geboten, wenn eine Kartoffel mehr grün als gelb oder braun ist. Auch wenn sich Keime gebildet haben, die mehr als einen Zentimeter lang sind, sind die Kartoffeln giftig. Sie weisen dann einen erhöhten Solaningehalt auf, dieser ist besonders in der Schale hoch. Schmecken Kartoffeln bitter, sollten sie ebenfalls nicht mehr gegessen werden. Bei Lagerung unter Lichteinfluss steigt der Solaningehalt. Kochen in siedendem Wasser hat dem Solaningehalt nichts an, es wird erst bei über 240 Grad Celsius zerstört.
Die Kartoffel: Eine vitaminreiche und kalorienarme Wunderknolle
Frühkartoffeln sind in Niedersachsen schon gepflanzt
Der Beliebtheit der Kartoffel tut das bisher keinen Abbruch: Während der Pandemie wurden mehr Kartoffeln gegessen. Der Verbrauch von Speisefrischkartoffeln stieg um rund drei Kilogramm pro Person auf rund 24,2 Kilogramm.
In einigen Teilen Niedersachsens werden bereits die ersten Kartoffeln gepflanzt. Das sonnige und trockene Wetter begünstigt das Wachstum.
Passt das Wetter weiterhin, können im Mai und Juni die ersten Kartoffeln geerntet werden. Fast die Hälfte aller 2021 in Deutschland geernteten Kartoffeln kommt aus Niedersachsen. Auf 115.400 Hektar kamen die Knollen in den Boden; deutschlandweit waren es nach Schätzungen der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft (AMI) rund 260.000 ha Kartoffelanbaufläche.