Junger Mann im Gerstenfeld
Charlotte Meyer | am

Checkliste: Worauf ist bei der Feldbesichtigung zu achten?

Die zur Anerkennung von Saat- und Pflanzgut gehörenden Kontrollen haben begonnen. Worauf zu achten ist, lesen Sie hier.

Im Frühjahr beginnen in Niedersachsen die Feldbesichtigungen der meisten Kulturen. Die An-forderungen an die Vermehrungsbestände, gehen aus der „Saatgutverordnung“ und der „Pflanzkartoffelverordnung“ hervor. Vermehrer können sich an der von der LWK Niedersachsen herausgegebenen „Richtlinie für die Feldbesichtigung“ orientieren. 

Wie muss die Vermehrungsfläche gekennzeichnet werden?

Spätestens zu Beginn der Feldbegehung muss die Vermehrungsfläche mit einem Schild gekennzeichnet werden. Darauf muss stehen:

  • Fruchtart
  • Sortenname
  • Beantragte Kategorie (bei Pflanzgut auch Klasse)
  • Schlagbezeichnung und Schlaggröße
  • Name und Wohnort des Vermehrers
  • Vertriebsfirma

Fehlt das Schild, dann findet keine Feldbesichtigung oder nur eine Besichtigung unter Vorbehalt statt. Die Anträge auf Nachbesichtigung müssen innerhalb einer Frist von drei Tagen nach Eingang der Mitteilung über das Ergebnis der Feldbesichtigung gestellt werden. Außerdem sind sie kostenpflichtig.

Wann finden die Feldbesichtigungen statt?

Die Termine für die Besichtigung der einzelnen Fruchtarten gibt die LWK Niedersachsen jedes Jahr rechtzeitig bekannt. Der konkrete Besichtigungstermin richtet sich nach dem Entwicklungszustand des jeweiligen Feldbestandes.

Die Vermehrer werden zeitnah über die individuellen Termine informiert. 

Wie viele Feldbesichtigungen finden statt?

Die Anzahl der durchzuführenden Feldbesichtigungen unterscheiden sich je nach Kultur:

  • Mindestens vier bei Hybrid-Winterraps
  • Mindestens drei bei Vorstufen- bzw. Basis-Vermehrungen (V/B) von Hybrid-Winterroggen und Hybrid-Sommerraps
  • Mindestens zwei bei V/B von Getreide, Z-Vermehrungen von Hybridroggen und Hybridgerste, V/B von Gräsern, V/B von Futtererbsen, Ackerbohnen und Wicken, allen Lupinen, Z-Vermehrungen von Winterraps-Populationssorten, Rübsen, Hanf, Rübensamen im Überwinterungsanbau und Pflanzkartoffeln
  • Bei allen anderen Fruchtarten und Anbauverfahren findet mindestens eine Feldbesichtigung statt.

Worauf ist im Bestand zu achten?

  • Der Bestand sollte frei von starken Verunkrautungen und frei von Schäden, beispielweise durch Herbizide, sein.
  • Außerdem muss die Sortenreinheit klar zu erkennen sein. Abweichende Typen dürfen nur zu einem gewissen Anteil vorhanden sein.
  • Auf dem Feld sollten keine fremden Arten im Bestand zu finden sein.
  • Bei Mähdruschfrüchten müssen zu den Nachbarschlägen klare Trennstreifen angelegt sein. Entweder können diese bereits beim Drillen ausgelassen werden oder nachträglich beispielsweise durch Fräsen angelegt werden.
  • Die Mindestentfernungen bei fremdbefruchteten Fruchtarten sollten eingehalten werden.

Was ist bei Pflanzkartoffeln wichtig?

  • Die erste Besichtigung findet ab dem 8.6.2020 statt. Etwa zwei bis drei Wochen später die zweite Kontrolle.
  • Am 8.7.2020 werden weitere Kontrollen, beispielsweise auf Schwarzbeinigkeit, mitgeteilt. Diese finden in der Regel zwischen Mitte Juli bis Ende August statt.
  • Viruserkrankte Stauden müssen aus dem Bestand genommen und nicht nur verzogen werden.
  • Die Pflanzkartoffelschläge müssen mittels einer Trennreihe beziehungsweise durch eine doppelt angerissene Trennreihe von je zehn Meter an beiden Schlagenden angelegt sein. Außerdem müssen diese mit Stäben im 50 Meter Abstand kenntlich gemacht sein.

Was ist in diesem Jahr neu?

Neu ab 2020 ist die Einbeziehung der Unionsgeregelte Nicht-Quarantäneschädlinge (Regulated Non Quarantine Pests kurz: RNQP). Für viele Schädlinge wurden neue Grenzwerte festgelegt und andere Maßnahmen definiert. Neu hinzugetretene Krankheitserreger bei Pflanzkartoffeln sind unter anderem: Ditylenchus destructor, Kartoffel-Spindelknollenviroid, Zebra-Chip-Krankheit und Stolbur. Bei Luzerne kommen die Bakterienwelke und Stängelälchen dazu.

Einen gesamten Überblick über bei Feldbestandsprüfung, Beschaffenheitsprüfung und Zertifizierung der Fruchtarten finden Sie im Internet auf www.ag-akst.de bzw. www.lwk-niedersachsen.de.

Mit Material von Willi Thiel und Eric Preuß; Anerkennungsstelle für Saat- und Pflanzgut; LWK Niedersachsen

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