Der Fava-Trading Geschäftsführer in seinen Ackerbohnen.
Charlotte Meyer | am

Cuxhaven: Wohin mit den Erträgen neuer Fruchtfolgeglieder?

Der Leguminosenanbau wird attraktiver: Fava-Trading vermarktet Ackerbohnen und stellt daraus regionale Eiweißquellen her.

In der Region um Cuxhaven werden traditionell vor allem Raps und Weizen angebaut. Die Marschböden und das Seeklima eignen sich aber auch bestens als Grundlage für den Anbau der Ackerbohne. Landwirt Henning Janssen baut die Leguminose bereits seit 2011 auf seinem Betrieb an. Ursprünglich begann er damit vor allem, um seine Fruchtfolge aufzulockern. Er versprach sich aber auch eine Bekämpfung des Ackerfuchsschwanzes. Bisher klappte das sehr erfolgreich. 

Mut zur Eigeninitiative

Abnehmer für die Erträge des von Janssen angebauten Nischenprodukts war lange Zeit die ortsansässige Raiffeisen Weser-Elbe eG. Sie vermarktete die Ware als Futter und nutzte sie für den Export. Insgesamt aber ein wenig lukratives Geschäft für den Landwirt. Also beschlossen Jan Schulze-Geißler und drei weitere Berufskollegen, die sich ebenfalls mit dem Anbau der Ackerbohne befassten, dass sie die Ackerbohne auf Lebensmittelstandard als regionalen Ersatz von Soja oder Linsen etablieren wollen. Da es keine bestehenden Vermarktungswege gab, war ihnen schnell klar: Sie müssen selbst die Initiative ergreifen. 

2016: Gründung Fava-Trading

Mit EU-Mitteln gefördert, war es den Gründern von Fava-Trading möglich, Mithilfe der Genossenschaft Raisa eG, in Cadenberg ein Werk für die professionelle Verarbeitung und Vermarktung von Ackerbohnen zu bauen. Dort steht heute eine Anlage, die die Bohnen mit speziellen Reinigungsverfahren und optischen Sortierungen nach verschiedenen Qualitätsparametern sortiert und später abpackt. Das Unternehmen vermarktet und verarbeitet die Bohnen jedoch nicht nur, sondern bietet den Landwirten ein Gesamtpaket mit Beratung und Netzwerk zu anderen Anbauern in ganz Deutschland.

Ackerbohnen werden aus ganz Norddeutschland bezogen

Das Einzugsgebiet erstreckt sich nach Angaben des Einkaufsleiters der Fava-Trading, Kai Soenke, nicht nur auf Niedersachsen, sondern von Schleswig-Holstein bis nach Nordrhein-Westfalen. „Die Transportkosten sind bisher der begrenzende Faktor“, sagt Soenke. Sie würden jedoch im Preismodell der Ackerbohnen-Vermarkter berücksichtigt. In den vergangenen Jahren lag der durchschnittliche Preis zwischen 21 bis 23 €/dt. Liefert ein Landwirt einen hohen Anteil für die Lebensmittelverarbeitung nutzbarer Bohnen, zahlt Fava-Trading dafür Preisaufschläge. 

Herausforderungen im Ackerbohnenanbau: 

Ackerbohnen
  • Stark schwankende Erträge (zwischen 4 – 7,5t)
  • Neben der Verwendung als Futter bisher wenig Absatzmöglichkeiten
  • Qualitäten für Lebensmittelstandarts sind schwer zu erreichen
  • Vor allem der Ackerbohnenkäfer führt zu großen Einbußen
  • Viel Fingerspitzengefühl beim Dreschen nötig, um Bruchkorn zu vermeiden

Ob sich das Gesamtkonzept für Landwirte lohnt? Die vollständige Reportage lesen Sie in der LAND & FORST-Ausgabe 12/2020. 

Fava-Trading sucht weiter interessierte Landwirte, die ihre Fruchtfolge um die Ackerbohne erweitern wollen. Mehr Informationen zu Fava-Trading finden Sie unter:  http://www.fava-trading.com oder direkt per Mail unter info@fava-trading.com.

Inhalte der Ausgabe

  • Thema der Woche: Landwirte im Klimawandel - Täter, Opfer oder Retter?
  • Tierhaltung: Innovationspreis Tierwohl (ITW) für Schweinemäster aus Haschenbrok
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