on_Messstelle

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Edith Kahnt-Ralle | am

Düngeverordnung: Das sind die geltenden Regeln

Die über die Landesdüngeverordnung (NDüngGewNPVO) geregelten Maßnahmen in der Gebietskulisse Grundwasser und Gebietskulisse Oberflächengewässer gelten seit dem 8. Mai.

Für die mit Nitrat belasteten Gebiete wurden die Maßnahmen-Entwürfe aus dem Dezember überarbeitet. Es sind nun neben den bundesrechtlichen Maßnahmen in den „Roten Gebieten“ (Gebietskulisse Grundwasser) die beiden Maßnahmen „Einarbeitung innerhalb einer Stunde“ und „eigene Frühjahrs-Nmin-Proben“ geregelt. Durch diese Maßnahmen soll die Ermittlung des Düngebedarfs noch stärker an den realen Gegebenheiten ausgerichtet und die Düngeeffizienz aus organischen Düngemitteln weiter gesteigert werden.

Gebietskulisse Grundwasser

Durch die Bundesdüngeverordnung werden folgende Maßnahmen in den "Roten Gebieten" zur Pflicht:

  • Im Durchschnitt der Flächen, die in der Gebietskulisse liegen, muss der ermittelte Stickstoff-Düngebedarf um 20% reduziert werden. Ausgenommen von dieser Verpflichtung sind Betriebe, die im Durchschnitt ihrer Flächen im belasteten Gebiet nicht mehr als 160 kg Gesamt-N/ha, davon nicht mehr als 80 kg Gesamt-N/ha, in Form von mineralischen Düngemitteln aufbringen.
  • Schlagbezogen muss bei der Aufbringung von organischen Düngemitteln eine Stickstoff(N)-Obergrenze von 170 kg N/ha eingehalten werden. Auch das gilt nicht für Betriebe, die im Durchschnitt ihrer Flächen im belasteten Gebiet nicht mehr als 160 kg Gesamt-N/ha und davon nicht mehr als 80 kg Gesamt-N/ha in Form von mineralischen Düngemitteln aufbringen.
  • Auf Grünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau wird die Sperrfrist um vier Wochen (1.10. bis 31.1.) erweitert. Für die Aufbringung von Festmist von Huf- und Klauentieren und Kompost wird die Sperrfrist um vier Wochen erweitert (1.11. bis 31.1.).
  • Die Aufbringung von Düngemitteln mit einem wesentlichen N-Gehalt zu Wintergerste, Zwischenfrüchten ohne Futternutzung und Winterraps im Herbst ist verboten. Hier gilt die Ausnahme: Eine N-Herbstdüngung zu Winterraps ist zulässig, wenn der Nmin-Wert im Boden 45 kg N/ha nicht überschreitet. Zwischenfrüchte ohne Futternutzung können mit Festmist oder Kompost bis zu 120 kg Gesamt-N gedüngt werden.
  • In der Zeit vom 1.9. bis 30.9. ist die N-Menge über flüssige organische Düngemittel einschließlich flüssiger Wirtschaftsdünger auf Grünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau auf 60 kg N/ha begrenzt.
  • Es gibt ein Zwischenfruchtanbaugebot, sofern die nachfolgende Sommerung ab 1. Februar gedüngt werden soll. Findet die Ernte der Vorfrucht nach dem 1. Okt. statt oder in Gebieten mit unter 550mm Niederschlag im langjährigen Mittel sind Betriebe von dieser Regel ausgenommen (Diese Anforderung gilt erstmalig für Sommerungen, die in 2022 angebaut werden).
Übersicht Anforderungen

Zum Schutz von Gewässern

Die Bundesdüngeverordnung schreibt landesweit vor:

  • Bei der Aufbringung von stickstoff- oder phosphathaltigen Düngemitteln ist ein Abstand von mindestens 5 (statt 4) m zur Böschungsoberkante des Gewässers einzuhalten, es sei denn, die Ausbringung erfolgt mittels Gerätetechnik, bei denen die Streubreite der Arbeitsbreite entspricht oder die über eine Grenzstreueinrichtung verfügen. In diesem Fall ist ein Mindestabstand von einem Meter zur Böschungsoberkante ausreichend.
  • Außerdem ist auf Flächen mit einer durchschnittlichen Hangneigung von mindestens 10 % innerhalb eines Abstandes von 20 m zur Böschungsoberkante ein Abstand von 10 m (statt 5 m) einzuhalten und Stickstoff- oder phosphathaltige Düngemitteln dürfen innerhalb eines Abstandes von 10 bis 30 m (statt 5 bis 20 m) zur Böschungsoberkante nur wie folgt ausgebracht werden:
  • 1. auf unbestellten Ackerflächen vor der Aussaat oder Pflanzung nur bei sofortiger Einarbeitung,
  • 2. auf bestellten Ackerflächen a) mit Reihenkultur mit einem Reihenabstand von 45 Zentimetern und mehr nur bei entwickelter Untersaat oder bei sofortiger Einarbeitung, b) ohne Reihenkultur nach Buchstabe a nur bei hinreichender Bestandsentwicklung oder c) nach Anwendung von Mulchsaat- oder Direktsaatverfahren.

Zusätzliche Landesmaßnahmen

Gebietskulisse Grundwasser:

- Verpflichtende eigene Frühjahrs-Nmin-Proben je Schlag/Bewirtschaftungseinheit nach den Vorgaben der Ausführungshinweisen.

- Einarbeitung von organischen und organisch-mineralischen Düngemitteln auf unbestelltem Ackerland innerhalb einer Stunde

- Betriebliche, schlag- spezifische Meldepflichten in ENNI (erste Meldung bis zum Ablauf des 31.3.2022)

Gebietskulisse Oberflächengewässer:

- Auf hoch und sehr hoch versorgten Standorten reduzierte Phosphatdüngung, differenziert nach Humusgehalt:

1) Schläge mit Humusgehalten von bis zu 15 % und Phosphat-Bodengehalten über 25 mg P2O5/100g Boden (CAL-Methode) und Schläge mit Humusgehalten von über 15 % und Phosphat-Bodengehalten über 12 mg P2O5 / 100 ml Boden (CAL-Methode) dürfen phosphathaltige Düngemittel höchstens bis zu 75 % der erwarteten Nährstoffabfuhr aufgebracht werden bzw. ab dem 1. Januar 2023 höchstens bis zu 50 % der erwarteten Nährstoffabfuhr.

2) Auf Schlägen mit Humusgehalten bis zu 15 % und Phosphat-Bodengehalten über 40 mg P2O5/100g Boden und Schlägen mit Humusgehalten über 15 % und Phosphat-Bodengehalten über 20 mg P2O5/100 ml Boden (CAL-Methode) dürfen phosphathaltige Düngemittel höchstens bis zu 50 % der erwarteten Nährstoffabfuhr aufgebracht werden bzw. ab dem 1. Januar 2023 gar nicht mehr.

Ökologisch wirtschaftende Betriebe dürfen auch nach dem 1. Januar 2023 bis zu 50 % der erwarteten Nährstoffabfuhr aufbringen.

- Verlängerte Sperrfrist für die Ausbringung phosphathaltiger Düngemittel vom 1. Dezember bis zum Ablauf des 15. Februar

- Betriebliche, schlagspezifische Meldepflichten in ENNI (erste Meldung bis zum Ablauf des 31.3.2022).

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel suchen und merken

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert

Mehr zu diesem Thema

Produkte entdecken
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Zukunft der Windenergie
  • Auflagen bei der Herbstdüngung
  • Tarmstedter Ausstellung: Infos für Besucher
  • Futtereffizienz in der Rinderzucht
  • Inflation: Alte Verträge anpassen?

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen