Eiswein-Ernte
Laura Schneider | am

Eisweinernte fällt erstmals in ganz Deutschland aus

Aufgrund des milden Winters konnte kein einziger deutscher Winzer Eiswein herstellen. Damit wird Eiswein zu einer noch kostbareren Rarität.

Keiner der deutschen Winzer konnte in diesem Winter Trauben für die Eisweinherstellung ernten. Der Weinjahrgang 2019 wird damit hierzulande als der erste Jahrgang in die Geschichte eingehen, in dem die Eisweinlese bundesweit ausgefallen ist. Wegen des milden Winters wurde in keinem der deutschen Weinbaugebiete die für eine Eisweinlese erforderliche Temperatur von mindestens minus sieben Grad Celsius erreicht, erklärte Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut (DWI) in Bodenheim bei Mainz.

Nach Angaben des DWI waren die Bedingungen für die Eisweinproduktion in den vergangenen Jahren schon häufiger nicht optimal. Allerdings sei bisher zumindest immer punktuell eine Eiswein-Lese möglich gewesen. Im 2017er-Jahrgang hätten bundesweit nur sieben Erzeuger Eiswein ernten können: Drei in Württemberg, drei in Saale-Unstrut und einer in Baden. Auch Eiswein des Jahrgangs 2014 sei eine absolute Rarität. Zu den guten Eisweinjahren zählten die Jahrgänge 2012 und 2015.

Heiße Sommer und später Frost erschweren Eisweinernte

Das DWI weist auf ein weiteres Problem der Eisweinwinzer hin: Die Termine für eine mögliche Eisweinlese verschieben sich immer öfter in den Januar und Februar. Zugleich werden die Trauben durch die hohen Temperaturen im Sommer tendenziell immer früher reif. Dadurch wird der Zeitraum, den die Trauben in einem gesunden Zustand bis zu einer möglichen Eisweinlese überstehen müssen, immer länger.

Die Bereitschaft der Winzer, Trauben für die Eiswein-Lese einzuplanen, werde neben dem Gesundheitszustand der Trauben auch durch die Erntemenge eines Jahrgangs beeinflusst. In Jahren mit geringen Erträgen wie 2019 gehen laut DMI viele Erzeuger nicht das Risiko ein, weitere Trauben durch eine eventuell ausbleibende Eisweinlese zu verlieren.

Seltene Kostbarkeit

„Wenn sich die warmen Winter in den nächsten Jahren häufen, dürften Eisweine aus den deutschen Weinregionen bald eine noch kostbarere Rarität werden, als sie es sowieso schon sind", sagt Büscher. Eiswein gebe nur in sehr geringen Mengen: Die Erntemenge liege im Durchschnitt bei nur rund 500 Litern pro Hektar.

Eisweine steigern laut DWI insbesondere die Reputation eines Winzers An der Gesamterntemenge haben sie aufgrund der niedrigen Erträge nur einen sehr geringen Anteil von oftmals unter 0,1 Prozent. Die Umsatzverluste halten sich daher eher Grenzen.

Mit Material von Deutsches Weininstitut (DWI)

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