Rhabarberstange
Janina Schuster | am

Endlich wieder da: Rhabarber

Bald gibt es ihn wieder, den Rhabarber. Das Stangengewächs enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe und ist vielfältiger, als man denkt.

Das wichtigste vorweg: wer milden Rhabarber bevorzugt, greift bereits zum Saisonbeginn zu. Die jungen Stangen sind noch nicht ganz so sauer im Geschmack, was sich im Verlauf der Saison ändert. Dann steigt der Gehalt an Oxalsäure in dem Gemüse an. Auch wenn Rhabarber vor allen Dingen süß verzehrt wird, handelt es sich botanisch betrachtet um eine Gemüsesorte. Und die zählt zu den ersten regionalen Gemüsearten vom Feld im Jahr. Die Saison startet hierzulande, abhängig von der Witterung Anfang bis Mitte April. Das Saisonende teilt sich der Rhabarber mit dem Spargel: das Ende ist am 24. Juni. Danach regeneriert sich die Pflanze für die nächste Saison. Ab Juni steigt dann auch der Säuregehalt der Stangen, weshalb das Ende passend ist.

Anbau findet vegetativ statt

Der Anbau von Rhabarber findet vegetativ statt, also durch Teilung von gesundem Pflanzgut. Gepflanzt werden Rhizomstücke, die auch "Klumpen" genannt werden. Das Gewicht des Klumpens sollte bei 300 bis 1.000 Gramm pro Stück liegen und drei bis vier Knospen besitzen. Rhabarber bevorzugt humus- und nährstoffreiche, mittelschwere Böden mit ausgewogenem Wasserhaushalt. Um die Ernte zu verfrühen kann man die Pflanzen ab Dezember mit Folie abdecken, wenn die Ruheperiode genügend gebrochen ist.   

Kalorienarm und Immunsystem-Stärker

Rhabarberstaude im Feld

Ernährungstechnisch ist Rhabarber ein wahres Vorzeige-Gemüse! Es ist mit 15 Kilokalorien auf 100 Gramm besonders kalorienarm. Gleichzeitig enthält es viel Vitamin-C und eine Menge Kalium. Letzteres ist an der Regulation des Wasserhaushalts und Blutdrucks beteiligt. Die rote Farbe des Rhabarbers wird von Anthocyanen hervorgerufen. Ein Farbstoff, der im Körper als Antioxidant wirkt und die Körperzellen vor aggressiven Sauerstoff-Verbindungen, den freien Radikalen, schützt. Antioxidantien stehen auch im Ruf, positive Auswirkungen auf das Immunsystem zu haben.

Oxalsäure in Stangen und Blättern

Die Oxalsäure sorgt für den sauren Geschmack der Stangen. In großen Mengen vorhanden kann sie Vergiftungserscheinungen auslösen. Beim Rhabarber ist sie vor allen Dingen in den Blättern enthalten, weshalb diese auf keinen Fall verzehrt werden dürfen. In unbedenklicher Menge ist die Oxalsäure in den Stangen vorhanden. Allerdings sollten Menschen, die an Gallen- oder Nierenerkrankungen oder auch Gicht leiden auf das Gemüse verzichten. Oxalsäure kann sich bei ihnen schädlich auswirken.

Zähneputzen nach hinten verschieben

Die wohl bekannteste Eigenschaft von Rhabarber ist das Gefühl, welches der Verzehr auf den Zähnen zurücklässt. Die Oxalsäure greift den Zahnschmelz an und raut dadurch die Oberfläche der Zähne an. Daher sollte man auf allzu zeitiges Zähneputzen nach dem Verzehr verzichten.

Abgemildert wird die Säure durch eine Kombination mit Milchprodukten. Rhabarberkuchen mit Sahne oder Kompott mit Joghurt oder Quark sind besonders beliebt. Wer sich fragt, woran man frischen Rhabarber erkennt: glänzende, feste Stangen sind ein Indikator für die Frische des Rhabarbers. Auber auch das Schnittende, welches feucht und nicht eingetrocknet sein sollte. Das Gemüse hält sich im Gemüsefach des Kühlschranks etwa vier Tage lang.  

Mit Material von LWK
rhabarbertarte.jpg
Produkte entdecken

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Mehrleser-Funktion

✓ Artikel merken und teilen

✓ exklusiv: Audio und Video

✓ 1 Tag früher informiert

Mehr zu diesem Thema

 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Thema der Woche: Wiederbewaldung im Harz - Schutzschirm aus toten Fichten
  • Agrarpolitik: EU verschärft die Klimaziele
  • Pflanzenbau: Richtiger Einsatz von Siliermitteln

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen