Getreideernte in Diepholz
Christel Grommel | am

Ernte 2020 wieder unterdurchschnittlich

Die deutschen Landwirte haben in diesem Jahr nach Angaben des Bauernverbandes insgesamt erneut eine unterdurchschnittliche Ernte eingefahren.

"Bei manchen Landwirten ist das dritte Jahr mit einer deutlich unterdurchschnittlichen Ernte", sagte DBV-Präsident Rukwied. Viele Landwirte seien enttäuscht.

Ein Grund für die schlechteren Erträge seien extreme Witterungssituationen gewesen. In vielen Regionen fehlte von März bis Mai der Regen, dort seien die Ernteerträge sehr schlecht ausgefallen. Insgesamt sehe es "sehr heterogen" aus, sagte Rukwied. In manchen Regionen habe es ausreichend geregnet, dort hätten Landwirte sogar eine leicht überdurchschnittliche Ernte einfahren können.

Beim Winterweizen sei der Ertrag fünf bis zehn Tonnen niedriger pro Hektar, das habe es früher so nicht gegeben, sagte Rukwied. Beim Gemüse gab es in manchen Bereichen ordentliche Ernten. Das Problem des Klimawandels verfestige sich, so Rukwied. Die Landwirte setzen auf neue Sorten sowie auf schonende Verfahren der Bodenbearbeitung. Wichtig sei, neue Züchtungsmethoden anzuwenden, um schneller widerstandsfähige Sorten zu züchten.

Einen Anteil der Corona-Krise sieht Rukwied in Bezug auf die Ernten nur marginal. Im Bereich Obst und Gemüse sei es gelungen, trotz der Pandemie über 40.000 Erntehelfer in die Betriebe zu bekommen.

Rukwied sagte, dass Verbraucher trotzdem nicht mit steigenden Preisen rechnen müssten, diese würden stabil bleiben. Denn weltweit gebe es in Summe genug Getreide. Bauern mit schlechter Ernte treffe es allerdings doppelt, dass die Preise unter dem Vorjahresniveau lägen.

Getreideernte enttäuscht

Für die Getreideernte gibt der DBV einen Wert von 42,4 Millionen Tonnen an. Die Winterrapsernte beziffert der Verband auf 3,3 Millionen Tonnen. 

Für den Winterweizen nennt der DBV eine Erntemenge von 21,1 Millionen Tonnen (22,8 Millionen in 2019), die Wintergerste kommt auf 8,8 Millionen (9,8 Millionen in 2019). Beim Winterroggen wurden 3,5 Millionen Tonnen geerntet, wobei die Roggenfläche vermutlich aufgrund der Futterknappheit nicht vollständig zur Körnergewinnung genutzt wurde.

Die Sommergerste liegt bei einer Erntemenge von 1,9 Millionen Tonnen (Vorjahr:1,8). Hier drückt die Corona-Pandemie mit sinkendem Bierabsatz auf den Preis für Braugerste.

Der Winterraps fällt mit 3,3 Millionen Tonnen besser aus als im Vorjahr (2,8 Millionen).

Mit Material von dpa und DBV
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