Landwirt auf geschädigtem Grünland
Dr. Lutz Fischer, FB Schädlingsbekämpfung, LAVES Oldenburg | am

Wenn die Feldmäuse Ärger machen

Auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen findet sich kein anderes Säugetier so zahlreich wie die Feldmaus. Und hier macht sie ihrer Zugehörigkeit zur Unterfamilie der Wühlmäuse alle Ehre - mit erheblichen Folgen.

Der Mäusebestand unterliegt in regelmäßigen Abständen starken Schwankungen; je nach Jahr und Region ist er von Witterungsbedingungen, Jahres- und Tageszeit, Habitatstruktur und der landwirtschaftlichen Nutzung abhängig. In normalen Jahren leben durchschnittlich drei bis fünf Mäuse auf 100 Quadratmetern.

Zirka alle drei Jahre, im Frühjahr beginnend, gibt es massenhafte Vermehrungen (Gradationen) mit Zahlen von zehn bis 25 Tieren auf 100 Quadratmetern; auf Grünlandflächen sind noch höhere Zahlen möglich. Der Höhepunkt der Gradation schien 2019 bereits überschritten und damit war mit einem großflächigen Zusammenbruch der Bestände zu rechnen. 2020 waren jedoch erneut hohe Bestandszahlen zu verzeichnen.

Feldmaus mit Zinkphosphid bekämpfen

Für die Bekämpfung von Feldmäusen im Freiland stehen Fraßköder auf Basis von Phosphiden bereit. Sämtliche, noch bis April 2022 in der Zulassung befindlichen Präparate (zurzeit fünf Mittel) enthalten den Wirkstoff Zinkphosphid. Hierbei handelt es sich um ein Akutgift, das im Körper Phosphorwasserstoff entwickelt. Die Wirkung setzt nach einmaliger Aufnahme ein.

Für den Einsatz des Wirkstoffs Zinkphosphid gegen Feldmäuse hat das Landwirtschafts- bzw. Umweltministerium Regelungen zur Umsetzung der Anwendungsbestimmungen zum Artenschutz vereinbart. Diese sehen ein Verbot der Ausbringung in den Vorkommensgebieten des Feldhamsters und der Haselmaus bis zum 31. Oktober 2020 sowie in Natura 2000-Gebieten (FFH- und Vogelschutzgebieten) und auf Rastplätzen von Zugvögeln vor.

Ein Verstoß wird mit Bußgeld geahndet und kann zusätzlich zu Kürzungen im Cross Compliance führen.

Köder gegen die Mäuse richtig platzieren

  • Zugelassene Köder müssen verdeckt, also gezielt mit Legeflinten oder innerhalb von Köderstationen ausgelegt werden.
  • Freies Auslegen auf der Oberfläche oder breitflächiges Verteilen mit Schleuderstreuern oder Drillgeräten ist verboten.
  • Köder in Zeiten knappen Nahrungsangebotes, also im Spätherbst oder im zeitigen Frühjahr einsetzen. 

Für die Zeit vom 9. September 2020 bis 6. Januar 2021 hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zudem eine Notfallzulassung für den Eintrag von Ködern mit Hilfe von ein- und mehrscharigen Feldmauspflügen erteilt. 

Präventionsmaßnahmen gegen Feldmäuse auf den Flächen

  • Reinigungsschnitte auf Grünland oder das Ausmähen von angrenzendem Nichtkulturland, um den Tieren weniger Deckung vor Feinden zu bieten,
  • Aufstellen einer ausreichenden Zahl von Sitzstangen für Greifvögel und das Anlegen oder der Erhalt von Rückzugsbereichen (Hecken und Gehölzen) für die Feinde der Feldmaus,
  • Gegebenenfalls Gespräche mit der Jägerschaft, um den Bestand an Füchsen ausreichend groß zu halten,
  • Tiefes Pflügen (genehmigungspflichtig) beziehungsweise Grubbern von Grünland und allgemein der Verzicht auf minimierte Bodenbearbeitung in Befallsjahren.

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