Landwirt auf geschädigtem Grünland
Anne-Maria Revermann | am

Feldmausplage: Niedersachsen beschleunigt Antragsverfahren für Umbruch

Nach der Feldmausplage mit bis zu 150.000 Hektar zerstörten Grünlands will Niedersachsen geschädigten Landwirten helfen.

Betroffene Betriebe aus allen Regionen Niedersachsens könnten Anträge auf Grünlanderneuerung stellen, teilte das Umweltministerium in Hannover am Mittwoch (12. Februar) mit. In der nächsten Woche stehe bei der Landwirtschaftskammer ein Antragsformular für eine differenzierte Abwicklung der Fälle zur Verfügung.

Die Mäuseplage habe bei den Milchviehbetrieben zu einer existenzbedrohenden Futterknappheit geführt. Deshalb müsse den Landwirten zügig geholfen werden.

Als Grund für die Feldmausplage wurde der sehr trockene Sommer und der ausbleibende Winter genannt. Nach Angaben des Landesbauernverbandes hat es eine solche Massenvermehrung von Mäusen zuletzt in den 1970er und 1980er Jahren gegeben.

Schnelle Bekämpfung der Mäuseproblematik

Die agrarpolitische Sprecherin Karin Logemann (SPD Landtagsfraktion Niedersachsen) äußert sich zur Hilfe für Landwirte bei bedrohlicher Mäuseplage wiefolgt:
 
„Die Feldmäuseplage nimmt eine bedrohliche Entwicklung ein und hat nach Angaben des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums circa 150.000 Hektar Grünland in inzwischen dreizehn Landkreisen beschädigt. Die gestrige Unterrichtung über den aktuellen Sachstand im Ausschuss zeigte, dass in Zusammenarbeit mit Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast und Umweltminister Lies die Ernsthaftigkeit erkannt und eine schnelle Bekämpfung der Mäuse-Problematik forciert wird.
 
Begünstigt durch die trockenen Sommer haben sich die Mäuse derartig stark vermehrt, dass auf betroffenen Flächen Gras und Wurzeln teilweise vollständig abfressen sind, was einen Totalverlust des möglichen Futters bedeutet. Für die Grünlandbetriebe ist die Situation katastrophal und existenzbedrohend. Es ist daher entscheidend, den Landwirtinnen und Landwirten schnelle Hilfe zu leisten mit dem Ziel, das Grünland sowohl als Lebensraum als auch als Grundlage für Futter wiederherzustellen!
 
Nicht nur für die Grünflächen werden die Mäuse zur Plage – sie sind auch eine Gefahr für unsere Deiche. Diese werden von den Nagetieren unterhöhlt und gefährden durch unterirdische Systeme den Küstenschutz. Im Sinne des Deichschutzes muss hier dringend gehandelt werden!“
 

Mit Material von dpa, SPD
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