Winterweizen Befallen mit Fusarium
Charlotte Meyer | am

Fusarium im Weizen durch Anbausysteme reduzieren

Forscher untersuchten, ob Cut and Carry, Untersaaten und Zwischenfruchtanbau den Pilzbefall im Weizen vermindern können.

Ist der Weizen mit Ährenfusarien befallen, kann das die Gesundheit von Mensch und Tier und die Ernte erheblich gefährden. Das schweizerische Forschungszentrum Agroscope untersuchte drei Anbausysteme und deren Auswirkungen auf Qualität und Ertrag der Weizenernte.

Bisher angewandte, klassische Verfahren zur Vermeidung des Fusariums sind:

  • eine erweiterte Fruchtfolge mit Kulturen die dem Pilz nicht als Wirt dienen,
  • sauberes Unterpflügen von gemulchten Ernteresten.
  • der Anbau wenig anfälliger Sorten und
  • der Einsatz synthetischer Pflanzenschutzmittel, die jedoch wegen resistenter Pilzstämme immer mehr an Wirksamkeit verlieren.

Prüfung von drei Anbausystemen in Mais-Weizen-Fruchtfolge

Das Kompetenzzentrum prüfte die Auswirkungen von drei Anbausystemen zur Reduktion von Fusarien-Mykotoxinen im Weizen:

  • Cut and Carry-Biofumigation (eine Reduktion von Nematoden und Pilzbefall im Boden durch den Anbau spezieller, „desinfizierender Sorten“),
  • Auswirkungen des Anbaus verschiedener Maisuntersaaten
  • und Zwischenfrüchte.

Versuchsergebnisse von Cut and Carry-Biofumigation

  • Verglichen mit der Kontrollgruppe reduzierte das Verfahren mit Mulchschichten von weißem Senf, braunem Senf und Alexandrinerklee den Gehalt mit den Pilzgiften Deoxynivalenol (DON) um 37 bis 58 % und den Zearalenon (ZEN) um 65 bis 87 %.
  • Der Ertrag erhöhte sich außerdem um 15 %.

Erkenntnisse aus dem Weizenanbau mit vorherigen Mais-Untersaaten

  • Die Untersaaten im Mais mit weißem und braunem Senf reduzierten den DON-Gehalt im darauf folgenden Winterweizen um 58 % beziehungsweise 32 %.
  • Gleichzeitig minderten die Systeme mit Mais-Phacelia den ZEN-Gehalt um 34 % und Mais-weißer Senf um 47 %.
  • Einen negativen Einfluss der Untersaaten auf den Maisertrag stellten die Forscher nicht fest.

Anbauergebnisse kombiniert mit Zwischenfruchtanbau

  • Mit dem Anbau von Zwischenfrüchten in einer Silomais-Sommerweizen-Fruchtfolge konnte der DON-Gehalt bis zu 74 % reduziert werden.
  • Weißer oder Brauner Senf sowie Winterfuttererbsen als Zwischenfrüchte erhöhten den Körnerertrag von Sommerweizen um 13 bis 25 %.

Den Forschern zufolge seien alle untersuchten Anbausysteme als alternative Pflanzenschutzstrategie vorteilhaft. Durch sie könne das Risiko von Fusarium-Mykotoxinen im Weizen gesenkt sowie gleichzeitig die Erträge und Qualitäten verbessert werden.

Mit Material von agrarforschungschweiz
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