Hecke schneiden
Ellen Hartmann | am

Wie geht Hecke schneiden ohne Bußgeld richtig?

Beim Schneiden Ihrer Hecke müssen Sie nicht nur zahlreiche gesetzliche Auflagen beachten, sondern auch die richtige Schnitttechnik. Wir haben ein paar Vorschläge für Sie.

Viele Gärtnerinnen und Gärtner können es nicht mehr abwarten und sehnen den 1. Oktober herbei. An diesem Tag endet nämlich die Schutzzeit, die einen Rückschnitt der eigenen Hecke verbietet. Sie ist im Bundesnaturschutzgesetz verankert. 

Wird teuer: Heckeschneiden in der Schutzzeit

In der Zeit vom 1. März bis zum 30. September dürfen Gärtner ihrer Hecken, Röhrichte und anderen Gehölze nicht schneiden, beseitigen oder auf den Stock setzen. Auf den Stock setzen meint dabei übrigens, Pflanzen handbreit über dem Boden abzuschneiden. Aber warum darf in der Zeit keine Hecke geschnitten werden? Der Grund ist die Brutzeit von Vögeln. Zu ihrem Schutz wurde diese Schutzzeit geschaffen. Wer gegen das Gesetz verstößt muss je nach Bundesland mit einer Strafe von bis zu 100.000 Euro rechnen. 

Gilt das Gesetz auch für Bäume?

Beim Schnitt von Bäumen sieht die Gesetzeslage jedoch anders aus. Das Verbot gelte nämlich nur für Bäume, die "außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen", heißt es im Paragraph fünf, Abschnitt zwei im Bundesnaturschutzgesetz. Demnach gelte das Verbot nicht für Bäume, die in Haus- oder Kleingärten stehen würden, so Matthias Freter, Gartenexperte des NABU Niedersachsen, gegenüber regionalheute. Jedoch rät der Experte auch hier dazu, beim Schnitt von Bäumen die artenschutzrechtlichen Regelungen zu beachten.  

Was ist denn in der Schutzzeit erlaubt?

Trotz Schutzzeit dürfen Gärtner in einigen Fällen ihre Hecke schneiden. Denn der Gesetzestext erlaubt es, "schonende Form- und Pflegeschnitte" vorzunehmen. Das heißt: Gärtner dürfen den jährlichen Zuwachs ihrer Hecke schneiden. Allerdings dürfen sie keine radikalen Änderungen durchführen. Doch auch bei kleineren "Pflegeschnitten" sollten Sie immer auch auf nistende Vögel achten. 

So geht Heckeschneiden richtig:

Wenn Sie Ihre Hecke in Form bringen wollen, ist meist eine scharfe Gartenschere als Werkzeug ausreichend. Als beste Heckenform gilt das Trapez. Das bedeutet: Verjüngen Sie Ihre Hecke nach oben hin. Also, Ihre Hecke wäre dann unten breiter als oben. Auf diese Weise stehlen die oberen Triebe den Unteren nicht das Licht und verkahlen nicht. Um den oberen Teil der Hecke gerade zu schneiden (also die Krone), können Sie einen einfachen Trick anwenden. Dafür nehmen Sie einfach zwei Stäbe und spannen eine Schnur zwischen ihnen auf Ihrer gewünschten Heckenhöhe. Sie werden sehen, mit dieser Hilfslinie wird es viel einfacher, einen sauberen Schnitt hinzubekommen. Achten Sie beim Schneiden aber auch darauf, Ihre Arme nicht zu sehr zu bewegen. Halten Sie die Schere waagerecht und machen Sie leichte Schwenkbewegungen auf dem Rücken heraus. 

Verjüngungsschnitt? So geht's:

Vor allem bei Hecken, die in die Breite gehen und den Garten überwuchern, kann sich ein Verjüngungsschnitt lohnen. Allerdings handelt es sich hierbei um einen starken rückschnitt, den sie nicht in der Schutzzeit durchführen dürfen. Weiter sollten Sie den Verjüngungsschnitt am Besten über einen Zeitraum von zwei Jahren vornehmen, um ihre Hecke zu schonen. 

Beim Schnitt sollten Sie Ihre Astschere oder Baumsäge nutzen. Schneiden Sie die erste Seite sowie die Krone soweit runter, bis nur noch Stummel mit leichten Seitenverzweigungen übrig sind. Im folgenden Frühjahr können Sie dann die zweite Seite bearbeiten. Auf diese Weise haben Ihre Pflanzen immer ausreichend Blätter.

Mit Material von NOZ
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