Weizenfeld in der Morgensonne
Christel Grommel | am

Genomverfahren CRISPR/Cas wichtig für die Landwirtschaft

Das präzise Bearbeiten des Genoms via CRISPR/Cas ermöglicht, gewünschte Eigenschaften bei Pflanzen schnell herbeizuführen.

"Die Züchtung von Nutzpflanzen präziser, schneller und günstiger machen – so sehen wir Landwirte das Genom-Editing-Verfahren CRISPR/Cas. Denn in der Diskussion um zukünftige Herausforderungen für Landwirtschaft und Pflanzenzüchtung spielt die Ernährungssicherung für eine weltweit wachsende Bevölkerung eine entscheidende Rolle", sagt Landvolk-Vizepräsident Ulrich Löhr.

Das Genom-Editing-Verfahren begleite die Landwirtschaft schon seit Jahren. Durch präzises Bearbeiten des Genoms via CRISPR/Cas könne zum Beispiel der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert werden, weil spezielle Eigenschaften bei Pflanzen herbeigeführt werden könnten.

Landwirte sind auf vitale und standortangepasste Pflanzen, die die geforderten Qualitäten und Erträge liefern, angewiesen. "Seit jeher ist die Verfügbarkeit einer breiten Sortenvielfalt aufgrund regionaler Bodenverhältnisse mit unterschiedlichen Eigenschaften für die Landwirtschaft ein entscheidender Beitrag zur Ertragssicherung und damit zur Erzeugung sicherer und hochwertiger Lebensmittel", führt Löhr aus, der selbst Ackerbauer ist.

Zukunftstechnologien zum Wohle aller nutzen

Er freut sich über die Ankündigung, dass der Chemie-Nobelpreis an die französische Mikrobiologin Emmanuelle Charpentier gehen soll. Diese war von 2013 bis 2015 am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig tätig, woher auch Löhr stammt. 

Mit Charpentiers Mit-Entwicklung der Genschere CRISPR/Cas lässt sich das Erbgut praktisch aller Organismen schnell, einfach und kostengünstig verändern. Die Methode, bei der wie in einer Textdatei am Computer einzelne Buchstaben gelöscht oder ersetzt werden, funktioniert beim kleinsten Bakterium genauso wie bei Pflanzen wie Mais oder Kartoffeln, Tieren oder auch bei Menschen.

Löhr betont, dass natürlich die ethische Komponente dabei bedacht werden müsse. Seriöse Wissenschaftler wie Frau Charpentier und ihre Kollegin hätten dies immer deutlich gemacht. "CRISPR/Cas hat von Anfang an – trotz aller Kritik – eine große gesellschaftliche Akzeptanz erfahren. Wir müssen als innovatives Land solche modernen Techniken friedlich und zum Wohle aller nutzen. Man darf uns nicht alle Zukunftstechnologien aus der Hand nehmen, denn auch den mittelständisch-familiär geprägten niedersächsischen Züchtungsunternehmen kommt CRISPR/Cas zugute", stellt Löhr fest.

Mit Material von Landvolk Niedersachsen

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