Glyphosat wird auf einem Acker ausgebracht
Anne-Maria Revermann | am

Glyphosat-Hersteller beantragen EU-Zulassung für die Zeit ab 2023

Glyphosat-Hersteller veranlassen Zulassungsverfahren, damit Glyphosat auch nach dem Jahr 2023 in der EU eingesetzt werden darf.

Die Glyphosat-Hersteller haben ein Zulassungsverfahren in Gang gesetzt, damit Glyphosat auch nach dem Jahr 2023 in der EU eingesetzt werden darf. Ein entsprechender Antrag sei bereits am Donnerstag, 12. Dezember, bei der EU-Kommission und andere EU-Institutionen eingereicht worden, heißt es auf der Webseite von "Glyphosate Renewal Group".

Zu ihr gehören der deutsche Agrarchemiekonzern Bayer und Syngenta aus der Schweiz. Bis zu diesem Sonntag lief noch eine Frist für die Antragstellung. Nun haben die Firmen ein halbes Jahr Zeit, um ihre Antrag inhaltlich zu begründen und dabei wissenschaftliche Erkenntnisse heranzuziehen.

Glyphosat bis Ende 2023 nutzbar

Glyphosat ist noch bis Ende 2022 in der EU zugelassen. Würde es nicht verlängert, könnte das Pflanzenschutzmittel noch in einer Übergangszeit bis Ende 2023 weiterbenutzt werden.

An der vorigen Zulassungsverlängerung 2017 war Deutschland maßgeblich beteiligt - die Pro-Glyphosat-Stimme Berlins war entscheidend für eine Mehrheit in Brüssel. Für den Alleingang musste der damalige Agrarminister Christian Schmidt (CSU) scharfe Kritik vom Koalitionspartner SPD und eine Rüge von Kanzlerin Angela Merkel einstecken - eigentlich hätte er sich enthalten müssen.

Die Grünen: Schrittweiser Ausstieg anzustreben

Die Grünen befürchten, dass dieses Verbot trotz der Regierungspläne nicht kommt  und quittierten den Schritt der Firmen mit Kopfschütteln. Der Antrag dürfe auf keinen Fall Erfolg haben, warnte ihr Agrarexperte Harald Ebner. Aus seiner Sicht zeigt Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) keinen Einsatz, um ein Glyphosat-Verbot voranzutreiben und die Landwirte beim schrittweisen Ausstieg richtig zu unterstützen.

Mit Material von dpa
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