grünland-saatgut-weidelgras
Christel Grommel | am

Grünland: Grassaatgut ist knapp

Die Trockenjahre 2018 und 2019 haben Schäden auf dem Grünland angerichtet – dann kam auch noch die Mäuseplage dazu. Vor allem in Niedersachsen haben sie große Grünlandschäden verursacht. Das führte zu einer hohen Nachfrage an Saatgut, die auch weiterhin sehr hoch bleibt.

Bereits im Sommer und Herbst letzten Jahres war die Nachfrage bei Nachsaatmischungen hoch. Das betrifft die von den Landwirtschaftskammern empfohlenen Qualitätsstandardmischungen und die Nachsaatmischungen der Saatgutunternehmen.

Regionale Sorten des Deutschen Weidelgras sind weiter stark gefragt. Der überdurchschnittliche Bedarf in den letzten beiden Jahren und die unterdurchschnittliche Grassamenernte haben zu einer relativen Saatgutknappheit geführt.

Weiterer Anstieg der Nachfrage

Im Frühjahr wird ein weiterer Anstieg der Nachfrage erwartet, weil dann das Ausmaß der Schäden sichtbar sein wird. Eine Entspannung der Situation wird auch im Sommer nicht erwartet, da das neue Saatgut erst im Frühherbst sukzessive zur Verfügung stehen wird. Die Preise sind bereits gegenüber dem vorletzten Jahr deutlich angestiegen.

Aufgrund dieser Gegebenheiten muss der Kauf von Saatgut in diesem Jahr gut geplant sein:   

  • Versorgen Sie sich frühzeitig mit Saatgut.
  • Besonders die empfohlenen Nach- und Neuansaatmischungen bzw. Deutschen Weidelgrassorten sollten rechtzeitig in ausreichenden Mengen bestellt werden. Das betrifft besonders die Qualitätsstandardmischungen mit rotem und magentafarbenem Etikett.
  • Wenn aus den Markenprogrammen der Saatgutunternehmen gekauft wird, ist unbedingt auf das Sortenetikett zu achten. Die Angaben sollten mit dem „Grünen Faltblatt“ der LWK verglichen werden.

Auf Qualität und regionale Eignung achten

Die Nutzung empfohlener Sorten hat eine wirtschaftliche Bedeutung, die nicht unterschätzt werden sollte. In Bezug auf Ertrag, Ausdauer und Winterhärte gibt es erhebliche Sortenunterschiede. Darauf ist zu achten:

  • Vor allem bei auswinterungsgefährdeten Moorstandorten sollte die Wahl geeigneter Sorten besonders berücksichtigt werden. Die regionale Eignung muss das ausschlaggebende Kriterium vor dem Preis sein.
  • Vermeintlich günstige Angebote bezüglich Produktionsdatum und der enthaltenen Sorten kritisch betrachten.
  • Stehen keine QSM-Grünlandmischungen mehr zur Verfügung, achten Sie auf eine Zulassung in Deutschland. Die zugelassenen Sorten finden Sie auf der Homepage des Bundessortenamtes bzw. in deren Beschreibenden Sortenlisten.
Mit Material von LWK Niedersachsen
Das könnte Sie auch interessieren