Wo sich Narbenschäden bei Grünland in Grenzen halten, sollte die vorhandene Pflegetechnik richtig eingesetzt werden.
Eine dichte Narbe sollte das Ziel der Bewirtschaftung von Grünland sein, denn lückige Grasnarben sind häufig die Ursache für einen erhöhten Schmutzeintrag in die Silage. Je höher der Erdanteil, desto größer auch der Besatz an unerwünschten Keimen, die die Silierung erschweren können. Darüber hinaus mindert der Schmutzeintrag auch die Energiekonzentration.

Grünlandpflege im Frühjahr mit der Schleppe. Sie ist bestens geeignet, um Maulwurfshaufen einzuebnen. © Fübbeker
Einebnen und Striegeln
Eine dichte Narbe bedarf aber gezielter Maßnahmen bei der Grünlandpflege. Dazu gehören beispielsweise das Abschleppen zum Einebnen von Maulwurfshaufen oder das Striegeln zum Belüften der Grünlandnarbe und zur Anregung der Bestockung.
Mit diesen Maßnahmen lassen sich auch minderwertige Gräser reduzieren und die Pflanzen von Gülleresten befreien. Für die verschiedenen Pflegemaßnahmen werden unterschiedliche Techniken angeboten. Jedes Gerät hat seinen Einsatzschwerpunkt.

Über- bzw. Nachsaaten sind im Spätsommer erfolgsverprechender, wenn die Altgrasnarbe weniger Konkurrenz macht. Doch viele Flächen müssen jetzt „repariert“ werden. © Fübbeker
Je mehr Zinken, desto besser
Zum Einebnen von Maulwurfshaufen sind Schleppen am besten geeignet. Striegel hingegen sorgen mit vielen Federzinken für eine sehr gute Bestandsbelüftung. Die Arbeitsqualität ist umso besser, je mehr Zinken verwendet werden und je besser sie sich dem Boden anpassen können, was bei einzeln aufgehängten Feldern gut möglich ist.

Die Arbeitsqualität hängt in erheblichem Umfang von der Arbeitsgeschwindigkeit ab. So ist mit dem Striegel deutlich schneller zu fahren als mit der Walze. © Fübbeker
Glattwalzen zum Verfestigen
Um einen eventuell aufgefrorenen Boden rückzuverfestigen, wie auf humosen und anmoorigen Standorten häufig der Fall, eigenen sich am besten Glattwalzen mit einem großen Durchmesser und einem hohen Gewicht.
Dabei ist zu bedenken, dass der Einsatzzeitpunkt stimmen muss, der Boden darf nicht zu nass aber auch nicht zu trocken sein. Bei mineralischen Böden ist das Walzen in den seltensten Fällen erforderlich. Auch das Beheben von Trittschäden oder Fahrspuren sind mit Walzen nicht oder nur im geringen Umfang möglich.
Fahrgeschwindigkeit beachten
Die Arbeitsqualität hängt bei allen Pflegemaßnahmen in erheblichem Umfang von der Arbeitsgeschwindigkeit ab. Beim Einsatz von Schleppen sind Geschwindigkeiten von 6 bis 10 km/h und bei Grünlandstriegeln von 10 bis 12 km/h häufig optimal.
Gerade beim Grünlandstriegel sorgt die Fahrgeschwindigkeit in Kombination mit einem federnden Zinken für ein gutes Arbeitsbild, da rausgezogene Pflanzenreste auf der Fläche verbleiben und nicht zusammengeharkt werden. Dagegen ist langsames Fahren für einen guten Walzeffekt erforderlich.
Grassaat verteilen
Um eine dichte Grünlandnarbe zu bekommen, sind erwünschte Futterpflanzen in Lücken zu etablieren. Dabei helfen Übersaaten bei kleineren Lücken (vorbeugende Pflege) und Nachsaaten bei größeren Lücken (Reparaturmaßnahme), um die Dichte der Grasnarbe zu erhöhen. Dazu kommen für die Übersaat beispielsweise Elektroschleuderstreuer in Frage.
Neben der Übersaat, wo der Grassamen auf dem Boden abgelegt wird, gibt es Maschinen zur Nachsaat, die den Grassamen direkt in den Boden ablegen.
Erhalt einer dichten Grasnarbe
Bei der vorbeugenden Maßnahme zum Erhalt einer dichten Grasnarbe, also bei Übersaaten, werden in der Regel Saatgutmengen von etwa 5 kg/ha mehrmals im Jahr ausgebracht. Bei einer Reparaturmaßnahme sind es größere Saatgutmengen im Bereich von 15 kg/ha.
Zum Erfolg trägt auch bei, wenn das Saatgut bzw. die Saatgutmischung entsprechend der Bodenart, den Klimabedingungen, der Nutzungsrichtung usw. ausgewählt wird. Sehr entscheidend für den Erfolg einer Über- bzw. Nachsaat sind auch Faktoren wie der Zeitpunkt der Maßnahme und die Folgenutzung.