Grünland
Edith Kahnt-Ralle | am

Grünlandtag: Auch Klimaschutz sehr ernst nehmen

Auch digital erfreute sich der Grünlandtag der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) großer Beliebtheit. Warum das Thema Klimaschutz ganz oben stehen sollte.

Zeitweise folgten 400 Teilnehmer den Vorträgen beim diesjährigen Grünlandtag. Sein Thema: Klimaschutz und Futterbau. Futterbaubetriebe sind Betroffene des Klimawandels, stellte Meike Backes, Leiterin des Fachbereichs Grünland und Futterbau bei der LWK, eingangs fest. Futterbaubetriebe müssten aber, wie andere landwirtschaftliche Betriebe auch, ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Herausforderung Klimaschutz

Die Herausforderungen durch den Klimaschutz beschrieb Heinz Flessa vom Thünen-Institut für Agrarklimaschutz in Braunschweig. Durch internationale Abkommen und nationale Ziele (Klimaschutzplan 2050) sind die Vorgaben auch für die Landwirtschaft zahlenmäßig sehr konkret.

Grundsätzlich gilt, dass eine Senkung der Emissionen in der Landwirtschaft durch Reduktion der biologischen Produktion nur etwas für den Klimaschutz bringen kann, wenn der Verbraucher beim Konsumverhalten mitzieht. Flessa: "Eine Verlagerung der Produktion ins Ausland bringt dem Klimaschutz nichts."

Deutschland stark betroffen

Deutschland ist von den Wetterextremen der letzten Jahre stark betroffen worden, stellte Reinhard Resch aus Österreich fest. Der Futterbauexperte aus dem HBLFA Raumberg-Gumpenstein: "Deutschland lag 2018 weltweit unter den Top-Drei bei den Klimaschäden." Der Wettereinfluss auf die Futterpflanzen und die Konservierung wurde in verschiedenen Programmen untersucht. Resch fasste Ergebnisse aus 2019 dazu zusammen:

  • Höhere Temperaturen verfrühen den Vegetationsstart.
  • Die Entwicklung Ähren/Rispenschieben ist beschleunigt.
  • Gräser gehen zurück, Kräuter nehmen zu.
  • Die Wasserabgabe ist durch höhere CO2-Gehalte geringer.
  • Höhere Nachttemperaturen verringern die Taubildung.
  • Grünland erholt sich bei höheren Temperaturen langsamer von Dürren.
  • Trockenstress verringert den Rohproteingehalt und TM-Ertrag.

Trockenstress schadet der Grünlandnarbe

Eine trocken-warme Witterung reduziert den TM-Ertrag am deutlichsten (in Österreich an 27 Standorten zwischen 2002 und 2019 bis auf – 40 %). Trockenstress schadet der Grünlandnarbe und der Silierbarkeit des Futters (TM-Gehalt steigt). Der Boden verliert seine Wasseraufnahmefähigkeit. Durch Starkregen oder Hagel nimmt die Futterqualität ab (Verpilzung). Hier komme es auf einen gezielten Siliermitteleinsatz an. Höhere Temperaturen erschweren grundsätzlich den Siliervorgang. Flachwurzler, wie die meisten Gräser, haben es unter Trockenbedingungen schwer. Hohe Temperaturen begünstigen auch tierische Schädlinge (Engerlinge, Mäuse, Tipula). Die Nachfrage nach trockentoleranten Sorten und Arten wird zunehmen, C4-Sorten wie Sorghum könnten an Bedeutung gewinnen.

CO2-Fußabdruck

Die Landwirtschaft ist gut beraten, sich früh genug mit dem Klimaschutz zu beschäftigen, stellte Ansgar Lasar, Klimabeauftragter der LWK Niedersachsen, fest. Die LWK habe mit der Treibhausgas-Kalkulation THEKLa ein nach wissenschaftlichem Standard ausgerichtetes Tool in der Hand, um für jeden Betrieb eine THG-Bestimmung vorzunehmen. Lasar: "Die Daten für diese Kalkulation haben Sie alle auf den Betrieben vorliegen." Gleichwohl ist es schwieriger, für landwirtschaftliche Betriebe THG-Kalkulationen durchzuführen.

Viele Möglichkeiten im Futterbau

Ein Futterbaubetrieb hat sehr viele Stellschrauben, um seinen CO2-Fußabdruck zu verringern, zeigte Lasar auf. Das beginnt mit einer hochproduktiven Futtererzeugung ohne Verluste bei Nährstoffen und Erträgen und endet im Kuhstall bei ebenso hohen Tierleistungen gekoppelt mit Langlebigkeit und geringen Verlusten. Organische Nährstoffe sind umweltsensibel zu handhaben (Stichwort: gasdichte Lagerung). Mit der eingesetzten Energie (möglichst erneuerbar, synthetische Kraftstoffe statt Diesel) muss effizient umgegangen werden. Wirtschaftlich erfolgreiche Futterbaubetriebe haben regelmäßig auch eine gute Klimabilanz, weiß Lasar.

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