Weizenernte

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Janina Schuster | am

Jeder Hektar wichtig: Wir brauchen unsere Äcker!

Angesichts drohender Ausfälle beim Getreideimport aus der Ukraine, machten Barbara Otte-Kinast und Sachsen-Anhalts Minister Schulze ihre Position zur Flächenstilllegung durch die GAP deutlich. Der Grundtenor: Wir brauchen unsere Ackerflächen!

„Wir müssen den heimischen Getreideanbau spätestens nach diesem Sommer hochfahren, weil zu befürchten ist, dass uns die Folgen noch jahrelang beschäftigen werden. Die Äcker werden dringend gebraucht, weil wir die Verantwortung für die Welternährung haben. Jeder Hektar ist wichtig“, so Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast. Die Ministerin spielt auf neue Vorgaben im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) an. So sollen vier Prozent der landwirtschaftlichen Flächen ab 2023 stillgelegt werden. Vor dem Hintergrund der drohenden Getreideimporte durch den Ukrainekrieg, forderte die Ministerin die Aussetzung dieser Vorgaben. „Das gebietet jetzt die Menschlichkeit, dass wir die Stilllegung aussetzen. Wir müssen uns akut fragen: Wie kriegen wir die Welt satt?“, so Otte-Kinast.

Landwirtschaftliche Betriebe sollen unterstützt werden

Ganz neu ist die Forderung nicht. Bereits in der „Burg Warberger Erklärung“ machten die beiden Unionsminister ihre Position zur Flächenstilllegung deutlich. Am Donnerstag (17.03.) war das Thema Mittelpunkt einer Telefonkonferenz mit der Europäischen Kommission. Im Gespräch mit Michael Niejahr, dem stellvertretenden Generaldirektor der Generaldirektion für Landwirtschaft und ländliche Räume, sprachen sich die beiden Minister auch für die Notwendigkeit einer Kleinbeihilfenregelung aus, die einfach anzuwenden ist. So soll landwirtschaftliche Betrieben schnell aus möglichen Liquiditätsproblemen geholfen werden, die im Zuge der stark gestiegenen Energiekosten entstanden sind. Ein solches Instrument kam bereits zu Beginn der Corona-Krise zum Zuge.

Lebensmittelversorgung hat Priorität

Bezogen auf die Flächenstilllegung erklärte Otte-Kinast, dass die vorübergehende Rücknahme dieser Regel nicht im Gegensatz zur Bedeutung des Umwelt- und Naturschutzes stünde. Diese Ziele seien grundsätzlich auch weiter zu verfolgen, doch jetzt seien kurzfristig wirksame Anpassungen geboten. Minister Schulze pflichtete ihr bei und ergänzte: „Es ist sehr wichtig, in dieser schwierigen und von Krisen betroffenen Zeit, alles Notwendige zu veranlassen, um die europäische und weltweite Versorgung mit Nahrungsmitteln weiter zu gewährleisten. Deshalb bin ich sehr dankbar über die direkte und unkomplizierte Kommunikation mit der europäischen Ebene und erhoffe mir Gleiches auch sehr intensiv mit der Bundesebene.“

Brüssel sendete positive Signale, dass man die Minister angehört hat und kündigte ein Maßnahmenpaket an, das die Lebensmittelsicherheit gewährleisten sollte. Die Stilllegung werde dabei eine Rolle spielen. Die ersten konkreten Ergebnisse werden für kommenden Mittwoch (23.03.) erwartet.

Mit Material von Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
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