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Werner Raupert | am

Herbstdüngung: Die LWK Niedersachsen gibt Tipps

Auch Niedersachsens Landwirte dürfen in diesem Jahr nach der Ernte nur bei aktuellem N-Bedarf düngen. Hier Tipps der LWK.

Gemäß den Vorgaben der Düngeverordnung ist die Düngung auch in diesem Jahr nach der Ernte der Hauptfrucht nur eingeschränkt möglich. Fakt ist, dass nur gedüngt werden darf, wenn ein aktueller N-Düngebedarf besteht. 

Die LWK Niedersachsen hat aktuell Hinweise zur Düngeplanung sowie zu den Sperrfristen und zur Bemessung der Herbstdüngung herausgebracht. Nachfolgend eine Zusammenfassung.

Was bei der Planung zur Herbstdüngung zu beachten ist

  • Die Vorgaben zur Regelung der Düngung nach der Getreideernte beziehen sich auf alle stickstoffhaltigen Düngemittel. Lediglich Kompost und Festmist von Huf- und Klauentieren (z.B. Rindermist, Pferdemist) sind von dieser Regelung ausgenommen.
  • Grundsätzlich gilt auch bei der Herbstdüngung der zentrale Grundsatz: Die N-Düngung ist am N-Düngebedarf auszurichten.
  • Der N-Düngebedarf der Kultur muss vorab durch den Landwirt ermittelt und aufgezeichnet werden.
  • Nur wenn ein aktueller N-Düngebedarf besteht, darf bis in Höhe dieses Bedarfes gedüngt werden.

Sperrfristen einhalten

  • Nach den Vorgaben der Düngeverordnung beginnt die Sperrfrist für N-haltige Dünger auf Ackerland mit der Ernte der letzten Hauptfrucht und endet am 31. Januar.
  • Abweichend dürfen auf Ackerland, ausschließlich nach Getreidevorfrucht, Stickstoffdünger bis zum 1. Oktober zu Zwischenfrüchten, Winterraps, Feldfutter und Wintergerste ausgebracht werden. Voraussetzung ist, dass eine Aussaat von Zwischenfrüchten, Winterraps und Feldfutter bis zum 15. September und die Gerstenaussaat bis zum 01. Oktober vollzogen sein muss.
  • Eine Stickstoffdüngung im Spätsommer/Herbst zu Winterroggen, Winterweizen und Triticale ist nicht mehr zulässig ist, sondern nur noch zu Wintergerste und das auch nur unter bestimmten Voraussetzungen.
  • Eine N-Düngung nach Mais, Raps, Kartoffeln, Zuckerrüben, Feldgemüse, Leguminosen, Brache, Gras und anderen Vorfrüchten oder zur Förderung der Strohrotte ist wegen fehlendem N-Düngebedarf grundsätzlich verboten.

Letzte Hauptfrucht ist entscheidend

Die Einschränkungen der N-Düngung beziehen sich immer auf die Düngung nach der Ernte der letzten Hauptfrucht:

  • Als letzte Hauptfrucht gilt die Kultur, die die Landwirte noch im Anbaujahrernten.
  • Wird nach Getreide noch eine Hauptfrucht zur Energie- bzw. Futternutzung angebaut (z.B. Ackergras oder Hafer) und im Anbaujahr geerntet, darf der Landwirt bis in Höhe des N-Düngebedarfs düngen. Die 60 kg Gesamt-N/ha und 30 kg NH4-N/ha-Grenze gelten hier nicht.

Anbau- und Düngungshinweise zu Zwischenfrüchten und Feldfutter im Herbst finden Sie in den Tabellen unten und auf der Internetseite der LWK Niedersachsen...

Wie der Stickstoffanteil zur Herbstdüngung zu berechnen ist

Bei der Bemessung der Herbstdüngung sind neben dem N-Düngebedarf der Kultur die Höchstmengen an Stickstoff von 30 kg/ha NH4-N oder 60 kg/ha Gesamt-N/ha zu beachten:

  • Zunächst wird berechnet, wie viel Dünger notwendig ist, um den N-Düngebedarf der Frucht zu decken. Hierbei ist die Mindestanrechenbarkeit des Stickstoffs gemäß Düngeverordnung zu berücksichtigen.
  • Danach wird ermittelt, mit welcher Menge Dünger 30 kg/ha NH4- N bzw. 60 kg/ha Gesamt-N erreicht werden.
  • Es dürfen keine Ausbringungsverluste in Abzug gebracht werden.

Wie die Herbstdüngung zu dokumentieren ist

Was zur Düngebedarfsermittlung zu beachten ist

Zur Düngebedarfsermittlung für Stickstoff nach der Hauptfruchternte 2019 für Wintergerste, Winterraps, Feldfutter und/oder Zwischenfruchtanbau ist folgendes zu beachten:

  • Düngebedarfsermittlung gilt nur für den Zeitraum Sommer/Herbst 2019.
  • Eine N-Düngung im Sommer/Herbst nach Mais, Raps, Zuckerrüben, Kartoffeln, Feldgemüse und Leguminosen ist grundsätzlich verboten.
  • Höchstmengen (mineralisch und organisch) von 30 kg Ammoniumstickstoff (NH4-N) je ha oder 60 kg Gesamt-N je ha dürfen nicht überschritten werden.
  • Eine N-Düngung zur Gründüngungszwischenfrucht mit nachfolgender Winterung ist nur zulässig, wenn zwischen Düngungs- und Aussaatzeitpunkt der Zwischenfrucht und Umbruch zur nachfolgenden Winterung mindestens acht Wochen liegen.
  • In Wasserschutzgebieten ist eine N-Düngung mit Gülle, Jauche, Gärresten, Geflügelkot und Silosickersaft nach der Ernte zu Wintergetreide nicht zulässig.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst 29/19.

Mit Material von Jelko Djuren, Dr. Barbara Fisahn, LWK Niedersachsen
N-Düngebedarf nach Getreideernte

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