Landwirt lässt sich bei der Begehung des Betriebes beraten
Janina Schuster | am

Interesse an Ökolandbau wächst weiter

Immer mehr Landwirte haben Interesse am Umbau des eigenen Betriebes auf ökologische Landwirtschaft. Die diversen Hürden und Fallstricke können bei einer Beratung abgeklärt werden.

Nach Angaben der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen haben die Anfragen für die Umstellungsberatung in den letzten Jahren stark zugenommen. Täglich neue Anfragen bestätigen dies. "Bei der Umstellung eines landwirtschaftlichen Betriebs muss viel bedacht werden", sagt der Leiter des Fachbereichs Ökologischer Landbau der LWK, Dr. Ulrich Klischat. Der richtige Zeitpunkt, aber auch die Veränderungen hinsichtlich Bewirtschaftung und Vermarktung seien zu berücksichtigen. Dabei gäbe es einige Herausforderungen zu meistern, bürokratische wie praktische. Bei tierischen Produkten beispielsweise müsse die Vermarktung laut Kammer von vornherein gesichert sein. Auch die Suche nach geeigneten Marktpartnern könne zur Herausforderung werden, da derzeit viele Betriebe umstellten.

Andere Anforderungen an Bewirtschaftung im Ökolandbau

Wer auf ökologische Landwirtschaft umschwenkt, nimmt einige Einschränkungen, aber auch Besonderheiten bei der Bewirtschaftung in Kauf. "Die Flächen im Ökolandbau werden vorausschauender bewirtschaftet", erklärt Markus Mücke, Berater für ökologischen Ackerbau. So müsse man seine Flächen in Bezug auf Nährstoffmanagement und ausreichende Ernährung der Pflanzen genau im Blick haben. Chemisch-synthetisch hergestellter Dünger sei im Ökolandbau nicht gestattet. Auch die Fruchtfolge müsse breiter ausfallen.

Finanzielle und soziale Kompetente nicht unberücksichtigt lassen

Als weiterer nicht unwichtiger Aspekt gilt laut Kammer die finanzielle Reserve auf betrieblicher Seite: "Während der zweijährigen Umstellungsdauer muss der Betrieb zwar schon ökologisch wirtschaften, erzielt jedoch noch einen konventionellen Auszahlungspreis." Zuletzt müsse auch die soziale Komponente bedacht werden. „Die Familie, die Mitarbeiter und gegebenenfalls Partner des Unternehmens müssen die Umstellung akzeptieren“, erklärt Öko-Beraterin Katharina Bittner.

Besuche auf Betrieb bald wieder möglich

Derzeit stehen die Fachleute der Kammer lediglich per Videokonferenz für die Beratung zur Verfügung. Die LWK versicherte jedoch, dass Besuche auf dem Betrieb sobald wie möglich nachgeholt werden sollen. Interessierte Landwirte können die Abrechnung der Erstberatung mit öffentlichen Mitteln fördern lassen. Dies erfolgt entweder über die "BioOffensive" der Landwirtschaftlichen Rentenbank oder durch die Einzelbetriebliche Beratungsförderungen. 

Mit Material von AgE
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