Drei Menschen reißen Götterbäume aus
Christel Grommel | am

Invasive Pflanzen nehmen zu

Der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung von invasiven Arten. Auch die des Götterbaums, gegen den der Kampf schon fast aussichtslos ist.

In vielen Städten hat sich der Baum schon ausgebreitet: In Berlin, Darmstadt, Magdeburg, Leipzig und im niedersächsischen Stade. Die aus Asien stammende Art ist einst absichtlich angepflanzt worden, weil das Laub des Baums eine interessante Färbung bekommt. Zudem ist der Baum anspruchslos. 

Inzwischen ist er aber zur Plage geworden. Der Baum verdrängt heimische Pflanzen und Gehölze. So auch im Park am Lietzensee in Berlin. Dort versuchen Ehrenamtliche, der Ausbreitung des Baums Herr zu werden. Das ist aber nicht so einfach: Kaum sind junge Bäume ausgerissen worden, wachsen neue nach. Und diese können bis zu drei Meter pro Jahr zulegen. Auch hier ist der Klimawandel Teil des Problems. Fröste haben in den letzten Jahrzehnten den Baum in Schach gehalten, aber nun sind die milden Winter kein Problem mehr für den Einwanderer. 

 

Nur eines der Probleme

Der Götterbaum ist nur eine von mehreren invasiven Tier- und Pflanzenarten, die die heimische Fauna und Flora gefährden. Die Europäische Union hat bislang 66 solcher Arten aufgelistet, deren weitere Ausbreitung von den betroffenen Ländern eingedämmt werden soll. Hierzulande sind 25 dieser Arten etabliert.

Auch der Riesenbärenklau sei eine solche Problempflanze. Sein Saft ist gefährlich und führt zu Verbrennungen auf der Haut. Die bis zu vier Meter hohe Giftpflanze muss daher in Schutzkleidung entfernt werden. 

An der Nordseeküste gibt es ebenfalls eine invasive Art, die sich rasant ausbreitet und heimische Pflanzen überwuchert: Die Kartoffel-Rose, auch Sylter Rose genannt. Die Sträucher sehen hübsch aus und haben duftende, weiße bis dunkelrosafarbene Blüten. Sie prägen aber ganze Landschaften an der Küste und überwuchert Dünen- und Heidebiotope, von denen es nur noch wenige gibt. 

Die Geoökologin Skowronek rechnet damit, dass künftig noch mehr neue Arten einwandern. Die Globalisierung spiele eine Rolle, aber auch das Klima. Die milden Winter und gestiegenen Temperaturen fördern die invasiven Arten. Einige neue Pflanzen hätten laut Experten auch Vorteile - man müsse aber die Biodiversität im Auge behalten, und die sei nur schwer abschätzbar. 

Mit Material von dpa

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