Rundballen Stroh auf einem Stoppelfeld

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Anneke Struck | am

Irreführung: "Schnell nachwachsendes Stroh" in Toilettenpapier-Werbung

Mit der Aussage, sich wegen des schnell nachwachsenden Strohs im Toilettenpapier nun noch besser um unsere Welt kümmern zu können, wirbt Zewa für ihr neues Produkt. Landwirte und Verbraucher reden von Greenwashing.

Toilettenpapier mit Strohanteil – das ist das neue Produkt aus dem Hause Zewa, dessen Werbung für viel Unmut bei den Landwirten aber auch bei den Verbrauchern sorgt. Denn in ihrem Werbeclip sind es Sätze wie: „und weil es so schnell nachwächst, können wir uns jetzt noch besser um unsere Welt kümmern“, die Ausrufe wie „Greenwashing“ und „Irreführung“ laut werden lassen.

Kritik in den sozialen Medien

In den sozialen Medien äußert sich so zum Beispiel Silvia W.: „Ernsthaft? Schnell nachwachsend? Stroh ist ein Nebenprodukt der Getreideproduktion, welche 1x jährlich stattfindet. Hier wird suggeriert, dass es sich um ein "grünes" Produkt handelt. Tatsächlich muss aber auch hierfür Landwirtschaft betrieben werden. Und diese wird leider von vielen Unwissenden als schlecht und umweltschädlich empfunden. Und genau diese Menschen will man mit sowas ködern, indem man ihnen Umweltfreundlichkeit vorgaukelt. Wenn dann Stroh fürs Klopapier produziert wird und das Getreide zum Nebenprodukt verkommt, läuft da was gründlich schief.“

Zewa reagiert: "Ungenutztes Stroh"

Zewa lässt darauf so antworten: „Hallo Silvia W., vielen Dank für deinen Kommentar. Für unsere Zewa Toilettenpapier-Produkte verwenden wir nur das Stroh, das nach der Getreideernte ungenutzt auf den Feldern zurückbleibt. Da nur das Weizenkorn in der Lebensmittelproduktion verwendet wird, wirkt sich unsere Produktion nicht auf die Verfügbarkeit von Lebensmitteln aus. Unsere Produkte verwenden nur einen Bruchteil des jährlichen Strohangebotes in Deutschland und haben daher keinen Einfluss auf die Verfügbarkeit von Stroh für andere Zwecke, wie zum Beispiel als Futtermittel, Düngemittel und Biokraftstoff.“

Landwirtin klärt Zewa auf

Landwirtin Lena erklärt es dem Unternehmen auch noch mal: "Also wie ich in vielen Antworten von euch gelesen habe, würde ja angeblich das Stroh ungenutzt liegen bleiben. Das stimmt nicht. Denn wenn das im Schwad liegt, wird es gepresst und zum Einstreuen, Füttern oder Verheizen genutzt. Selbst wenn man das Stroh auf dem Acker lässt, wird es im Dreschvorgang am Ende gehäckselt und auf dem Acker verteilt was den Microorganismen und Insekten als Futter dient die daraus Humus produzieren. Der übrigens einen erheblichen Teil Co2 bindet."

"Außerdem geht die Kritik nicht so weit, dass man ihnen Lebensmittel Verbrauch vorwirft, sondern das die Werbung Fehlinformationen beinhaltet. Stroh ist der abgestorbene Stängel von Getreidepflanzen. Das wächst nicht direkt nach, sondern Man muss zuerst etwas Neues anbauen und dieses muss dann wachsen und abreifen bevor man neues Stroh hat. Da ist es sinniger Heu als Toilettenpapier zu nehmen, denn das könnte man als nachwachsendes Produkt bezeichnen. Die Idee ist nicht schlecht nur die Werbung wirft mehr Fragen und Unverständnis auf, als das man erkennt was genau daran so super sein soll."

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