Kartoffeldämme auf einem Acker
Janina Schuster | am

Kaltes Frühjahr: Kartoffeln wachsen langsamer

Kälte und Sturm haben den Landwirtinnen und Landwirten einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sie haben ihre Kartoffeln früh gepflanzt und auf ein ähnliches warmes Frühjahr wie in den letzten Jahren gehofft.

Der Kartoffel war es zu kalt in diesem Frühling. "Das war kontraproduktiv", sagt Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies und meint damit die Kälte und den Sturm, welcher in diesem Frühjahr vorherrschte. Er glaube aber daran, dass er auf seinen Feldern in der Region Hannover zu Pfingsten genügend Frühkartoffeln ernten könne, um die Kunden bedienen zu können die gern neue Kartoffeln zum Spargel essen wollen.

Rund um Burgdorf und Uetze wurde die Frühkartoffeln schon auf Sandböden angebaut, die sich schnell erwärmen können. Dennoch benötigten sie wärmende Sonnenstrahlen, um zu wachsen. Hennies stellt fest, dass es so ein kaltes Frühjahr schon lange nicht mehr gegeben habe. Die Werte in Niedersachsen waren 2021 ungewöhnlich niedrig. Laut Deutschem Wetterdienst DWD war der April der kälteste seit 1977, der Schnitt lag bei 6,7 Grad. Das machte sich auch bei der Entwicklung der Kartoffel bemerkbar. Damit die Kälte die gekeimte Mutterknolle nicht nachhaltig beschädigen konnte, griffen die Landwirte auf Frostschutzberegnung zurück. So verhinderten sie größere Schäden.  

Trotz aller Unterschiede: in allen Jahren war es zu trocken

"Sobald die Wärme kommt, wachsen sie los", ist sich Joachim Hasberg, Geschäftsführer der Niedersächsischen Frühkartoffelerzeugergermeinschaft, sicher. Eine Ausnahme dürften die vorgekeimten Kartoffeln sein, die ohne schützende Folie in der Erde lagen. Sie dürften erfroren sein. Sturm und Hagel verursachten jedoch auch an den geschützten Feldern Schäden. Sie griffen die gespannten Folien an. „Das Wetter war in diesem Frühjahr eine echte Herausforderung für die Landwirte“, sagt Hasberg. Trotz aller Wetterunterschiede zu den Vorjahren: beim Niederschlag ähnelte dieses Frühjahr den Jahren zuvor und hatte deutlich zu wenig Niederschlag. Schon 2020 mussten die Landwirtschaftsbetriebe ihre Kartoffeln beregnen. Das ist dieses Jahr nicht anders.

Anbaufläche für Kartoffeln sinkt leicht

Zwischen Hannover und Peine wollen etwa 15 Landwirtinnen und Landwirte in der Frühkartoffelerzeugergemeinschaft auf knapp 2.700 Hektar ihre Kartoffeln ernten. In Niedersachsen wurden laut Landesamt für Statistik 121.250 Hektar für den Kartoffelanbau bepflanzt. 2020 waren es 1,7 Prozent mehr.

Mit Material von LPD
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