Herbizideinsatz Kartoffeln
Lüder Cordes und Dirk Mußmann, LWK Niedersachsen, Bezirksstelle Nienburg | am

Kartoffel: Bei Unkrautregulierung kulturverträgliche Strategie wählen

Die Herbizidwahl entscheidet mit über den Ernteerfolg. Aber Vorsicht: Nicht alle Kartoffeln vertragen jeden Wirkstoff.

Die verhaltende Jugendentwicklung der Kartoffel führt zu einer relativ späten Abdeckung des Bodens, die Unkräuter haben daher über eine lange Zeit viel Raum sich zu entwickeln. Das erwartete Unkrautspektrum, die Bodenart und –beschaffenheit und auch die Kartoffelsorte bilden in der jeweiligen Situation die Grundlage der Entscheidung zum Herbizideinsatz.

Ein zeitiger Dammaufbau trägt außerdem dazu bei, dass die Kartoffeldämme zum Zeitpunkt der Behandlung gut abgesetzt sind. Gleichzeitig wird so auch eine zügige Unkrautentwicklung gefördert, sodass schon vor dem Auflaufen der Kartoffeln ein Großteil der Unkräuter über die Blattwirkung der Herbizide erfasst werden kann.

Wirkstoff Metribuzin als Nachauflauflösung

Einen wesentlichen Baustein möglicher Nachauflauflösungen stellt der Wirkstoff Metribuzin dar. Aus Gründen des Herbizidresistenzmanagementes sollte eine übermäßige Verwendung dieses Mittels aus der Wirkstoffgruppe der Triazine vermieden werden. Minderwirkungen beim Einsatz von Triazin-Herbiziden ist besonders beim Weißen Gänsefuß und der Gemeinen Melde zu beobachten, aber auch gegenüber dem Schwarzen Nachtschatten zeigt Metribuzin regional nicht mehr die volle Wirkung.

Vorsicht: Nicht alle Sorten sind Metribuzin-verträglich

Jedoch ist die Verträglichkeit der ausgepflanzten Sorte gegenüber Metribuzin zu beachten. Die Pflanzenschutzindustrie hat entsprechende Einstufungen der Verträglichkeit der Sorten vorgenommen, aber auch einige dort als verträglich eingestufte Sorten können auf Metribuzin empfindlich reagieren, wie Versuchsergebnisse der Bezirksstelle Uelzen, LWK Niedersachsen zeigen.

Nachauflaufbehandlungen bergen Risiken

Im Nachauflauf hat sich auch die Kombination aus Metribuzin und Rimsulfuron + FHS mit einer guten Breitenwirkung einschließlich Kamille, Klettenlabkraut und Windenknöterich bewährt. Diese Anwendung sollte in einer Wuchshöhe der Kartoffeln bis fünf Zentimeter erfolgen, spätere Anwendungen bis maximal 15 Zentimeter Wuchshöhe sind möglich, das Verträglichkeitsrisiko durch die stärkere Wirkstoffaufnahme der Kultur nimmt aber deutlich zu. Bei späteren Anwendungen nimmt auch die Abschirmung der Unkräuter zu, sodass mit einem größeren Anteil nicht erfasster Unkräuter gerechnet werden muss.

Alternative Lösungen zur Ertragssicherung finden

Bedingt durch Sortenunverträglichkeit oder Standorte mit eingeschränkter Metribuzinwirkung, ergibt sich eine Bekämpfungssituation in der Metribuzin-freie Lösungen gefordert sind.

Weitere Ausführungen dazu sowie eine Liste Metribuzin-unverträglicher Sorten lesen Sie in der LAND & FORST Ausgabe 14/2020.

Inhalte der Ausgabe

  • Agrarpolitik: Klöckner fordert bessere Tierhaltung
  • Betrieb: Initiative Tierwohl - Anmeldung für die dritte Runde
  • Technik: Gut abwägen - Gründe für den Traktorkauf
  • Tierhaltung: Vorgaben für den Sauen-Deckstall
  • Pflanzenbau: Silphieanbau als Biotopvernetzung
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