Kartoffelpflanze auf dem Acker
Janina Schuster | am

Kartoffelanbau: Mit Öl gegen die Blattlaus

Nachdem viele Pflanzenschutzmittel weggefallen sind, stehen der Blattlaus Tür und Tor zur Kartoffel offen. Kartoffelbauern müssen nun kreativ werden, um ihre Pflanzen zu schützen.

Die Blattlaus ist eine Herausforderung für alle. Insbesondere für Kartoffelbauern, die Pflanzkartoffeln anbauen und diese zur Vermehrung verkaufen möchten. Sie sind auf Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung angewiesen. Sticht die Blattlaus nämlich zu, gelangen oft auch Kartoffelviren in die Pflanze. Die Qualitäts- und Ertragsverluste sind dann oft so groß, dass die Kartoffeln nicht mehr zur Vermehrung genutzt werden können, so der Landvolk-Pressedienst.

Im Kampf gegen Blattlaus auf Altbewährtes zurückgreifen

Da viele Pflanzenschutzmittel weggefallen sind, mussten Kartoffelbauern sich Alternativen überlegen und griffen zu einem althergebrachten Mittel. "Wir haben mit Paraffinöl, das auch im Ökolandbau zugelassen ist, sehr gute Erfahrungen gemacht", sagt Ulf Hofferbert, verantwortlicher Anbauberater beim Zuchtunternehmen Europlant. Bis zu 80 Prozent Wirkungsgrad soll das Öl haben. Es wird pur ausgebracht und hat eigentlich keine schädliche Wirkung gegen Blattläuse oder andere Insekten und Nützlinge. "Die Blattläuse fliegen die Kartoffeln trotzdem an und stechen in die Blätter, für das gefährliche Y-Virus versperrt das Öl jedoch den Weg", erläutert Hofferbert. Er hat sich intensiv mit der Wirkungsweise befasst. Das filmbildende Öl dringe nicht in die Pflanze ein und werde nach der Ernte von Pilzen und Bakterien im Boden organisch abgebaut.

Öl unterliegt strengen Vorgaben

Doch ebenso wie konventioneller Pflanzenschutz, wird auch das das Paraffinöl nicht einfach nach Gefühl ausgebracht. Amtliche Blattlaus-Warndienste informieren Kartoffelbauern per Newsletter, wann und in welchem Umfang die verschiedenen Blattläuse aktiv sind. So darf das Öl erst nach Überschreiten der Schadwelle eingesetzt werden. "Die Pflanzen werden durch den Belag auf den Blättern etwas schwerer, es besteht die Gefahr von Sonnenbrand und die Photosyntheseleistung nimmt etwas ab", verweist Hofferbert auf die Nachteile, die etwa fünf bis zehn Prozent Ertragsverluste ausmachen. Seiner Meinung nach überwiegen jedoch die Vorteile.

Mit Material von LPD
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