Neben der normalen Bodenbeprobung setzen regenerative Landwirte oft auf weiterführende Analysemethoden.

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Johanna Fry | am

Kinsey-Bodenanalyse: Forscher kommen zu einem ernüchternden Ergebnis

Die Bodenanalyse nach Kinsey setzt darauf, durch Düngen ein bestimmtes Basenverhältnis zu erreichen. Wissenschaftler haben untersucht, was das wirklich bringt.

Die Kinsey-Methode beurteilt die Bodenfruchtbarkeit nach einem komplexen Verfahren. Böden werden unter anderem auf ihr Kationenverhältnis untersucht. In Deutschland hat das Verfahren besonders unter regenerativ wirtschaftenden Landwirten einige Anhänger.

Versuche zu den Lehren Kinseys finden in Europa aktuell kaum statt. Anders sieht es in den USA aus. Wissenschaftler von der Ohio State University haben nun untersucht, welchen Einfluss das Kationenverhältnis tatsächlich auf die Bodenfruchtbarkeit hat.

Welche Bedeutung hat das Basenverhältnis bei der Kinsey-Methode?

Laut dem Berater Kinsey gehört zu einem gesunden fruchtbaren Boden ein bestimmtes Basenverhältnis an den Kationenaustauschern. Ideal sei ein Verhältnis von rund 68 % Calcium (Ca) zu 12 % Magnesium (Mg). Das soll die Pflanzengesundheit und Bodenfruchtbarkeit verbessern. Anwender des Verfahrens, setzen bestimmte Dünger wie Gips ein, um das Ca:Mg-Verhältnis im Boden langfristig zugunsten des Ca-Anteils zu verändern.

Ob das veränderte Basen(Ca:Mg)-Verhältnis tatsächlich einen Einfluss auf Erträge hat, haben die Forscher von der Ohio State University nun untersucht. Auf Versuchsfeldern veränderten sie das Ca:Mg-Verhältnis und untersuchten anschließend die Erträge von Mais und Soja.

Wie gingen die Forscher bei ihren Versuchen vor?

Auf einigen Versuchsparzellen nutzten sie Gips, um das Ca:Mg-Verhältnis und die Basensättigung mit Ca über 6 Jahre hinweg zu erhöhen. Auf anderen Flächen brachten sie Bittersalz aus, um die Sättigung mit Mg-Basen zu fördern. Zusätzlich kalkten sie auf einem Teil der beiden Flächen mit Dolomitkalk, um den Boden-pH-Wert zu beeinflussen. Parallel wurden auf den Flächen Mais und Soja angebaut.

LWK-Maschinenvorfuehrung Aussaat-Bodenbearbeitung_Foto

Wie wirkt sich das Basen-Verhältnis im Boden auf die Erträge aus?

Auf Parzellen, auf denen der pH-Wert mit Dolomitkalk auf ein optimales Niveau erhöht wurde, entwickelten sich die Maiserträge positiv. Ein Einfluss des Ca-Mg-Verhältnisses auf die Erträge zeigte sich hingegen nicht. Die Soja-Erträge hingen hingegen weder mit dem Ca:Mg-Verältnis noch mit dem Boden-pH-Wert zusammen. Die Anbauversuche und Auswertungen liefen über sechs Jahre hinweg.

Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass das Ca:Mg-Verhältnis keinen Einfluss auf die Erträge von Mais und Soja hat. Anders sieht es mit dem Boden-pH-Wert aus, der die Bodenfruchtbarkeit tatsächlich beeinflusst. Ihre Ergebnisse haben sie in der Zeitschrift „Crop, Forage & Turfgrass Management“ veröffentlicht. Auch in Deutschland haben Wissenschaftler die Düngemethode bereits kritisiert.

Exkurs: Was ist die Kationenaustauschkapazität?

Ton-Humus-Komplexe speichern die Nährstoffe im Boden. Die Kationenaustauschkapazität misst die Zahl negativer Bindungsplätze an den Komplexen. An ihren Kationen-Austauscher fixieren sie etwa Kationen (positiv geladene Teilchen) und geben sie bei Bedarf wieder ab.

Je höher die Kationenaustauschkapazität, desto höher die Speicherkapazität des Bodens. Die wichtigsten Kationen neutraler und alkalischer Böden sind Calcium, Magnesium, Kalium und Natrium. Das Verhältnis kann je nach Bodenart variieren. Ist der Boden zu sauer, werden sie zunehmend durch Wasserstoff, Aluminium und Eisen ersetzt.

Ackerboden ist der Boden des Jahres. Sein Verbrauch muss begrenzt werden.

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