Das Naturschutzgebiet Hahnenmoor in Herzlake im Emsland.
Ellen Hartmann | am

Das Klima profitiert gleich doppelt

Moorexperten sind sich sicher, dass sich die Bewirtschaftung wiedervernässter Moorböden sowohl positiv auf den Klimaschutz als auch auf die Landwirtschaft ausübt.

"Wir entwickeln Verfahren, um entwässerte Moore wieder zu vernässen, so dass sie viel weniger Treibhausgase emittieren und gleichzeitig nachwachsende Rohstoffe produzieren", so Hans Joosten, Paläoökologe der Universität Greifswald. "Das Klima profitiert davon doppelt."

Welttag der Feuchtgebiete am 2. Februar

Die Wiedervernässung unzähliger Moorflächen ist wissenschaftlich betrachtet zwingend notwendig, da entwässerte Moore viel CO2 in die Luft abgeben. "Wir werden die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht erreichen, wenn wir uns nicht endlich um diese Moorflächen kümmern", mahnt Joosten an. Schon in den Siebzigerjahren verpflichtete sich Deutschland im Rahmen einer internationalen Übereinkunft dazu, seine Feuchtgebiete zu schützen. Hierzu zählen auch die Moore. Am 2. Februar erinnert der Welttag der Feuchtgebiete an dieses Abkommen.

Laut den Greifswalder Experten sei die Paludikultur, also die landwirtschaftliche Nutzung von nassen oder wiedervernässten Mooren, besonders für Landwirtinnen und Landwirte eine Alternative. Sie bewirtschaften derzeit meist Grünland und Äcker auf entwässerten Moorböden, könnten aber auf wiedervernässten Moorböden unter anderem Futtergräser für Wasserbüffel, Schilf für Reetdächer oder Torfmoose anbauen.

Torfanbauverfahren noch in den Kinderschuhen

"Der Haken dabei ist, dass es recht aufwendig in der Pflege, beim Wassermanagement und bei der Ernte ist", sagt Bärbel Tiemeyer, vom Thünen-Institut für Agrarklimaschutz in Braunschweig. Derzeit seien Torfmoose als Ersatz für Torf deutlich teurer als herkömmlicher Torf. Allerdings könnte Torf als fossiler Rohtoff bei der CO2-Bepreisung eine Rolle spielen und somit finanziell attraktiver werden.

Mit Material von dpa
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