Mais in Niedersachsen mit Trockenschäden

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Meinung | Maren Diersing-Espenhorst | am

Klimawandel und Trockenheit: Was können Konzepte für die Zukunft sein?

Der Klimawandel ist da, die Trockenheit nimmt immer mehr zu. Wie können wir möglichst schnell besser mit Wasser umgehen?

Moin liebe Leserinnen und Leser, vor ein paar Tagen besuchte mich mein Bruder. Er hatte in den vergangenen Wochen gut zu tun. Sein Betrieb liegt im Artland und seine Kartoffel- und Zuckerrübenflächen mussten beregnet werden. Die Anlagen so zu betreiben, dass es nicht zu einem ungewollten Stillstand kommt, ist eine Herausforderung. Er stöhnte ein wenig über den arbeitsintensiven Auf- und Abbau seiner Beregnungsanlagen, aber er hat sie ebenso wie die Entnahmerechte und das ist ein Riesenplus.

Als er uns in der Südheide besuchte, beklagte er sich nicht mehr. Er wurde still. Alles was er sagte, war: „Ich darf mich nicht beschweren, hier bei euch ist es ja wirklich noch viel, viel trockener.“ Ergiebigen Regen hatten wir tatsächlich seit Monaten nicht mehr. Man sieht unbewässerte Maisflächen, die aussehen als würden dort Ananasstauden oder Palmwedel vertrocknen. Blühflächen blühen schon lange nicht mehr.

Wie soll es mit der Wasserversorgung weitergehen?

Das Wasser ist knapp. Wir erleben erneut eine Dürre und der Klimawandel ist da. Schaut man sich die Bäume und Wälder an, sieht man bereits verfärbte Blätter. Wald- und Vegetationsbrände sind inzwischen keine Seltenheit mehr. Über eine lange Zeit mussten wir uns über Wasser keine Gedanken machen. Es war im ausreichenden Maße vorhanden – manchmal eher zu viel. Das ist nicht mehr so.

Seit dem Jahr 2018 erlebten wir drei extreme trockene Jahre. Das macht mich nachdenklich. Die Fragen, die sich wohl viele von uns stellen: Wie soll das weitergehen? Wie sichern wir die Wasserversorgung? Und wie priorisieren wir die Wasserversorgung? Woher sollen zum Beispiel große Städte wie Hamburg zukünftig ihr Trinkwasser beziehen? Derzeit wird die Hansestadt zum Teil aus der Lüneburger Heide versorgt. Aber die Grundwasserspiegel fallen und fallen – wie überall.

Zucchini

Wasser muss wiederverwendet werden

Wir müssen umdenken – und zwar schnell. Wasser ist lebenswichtig, muss wiederverwendet und in Kreisläufen genutzt werden. Meines Erachtens brauchen wir neue private und staatliche Pläne für die Wassernutzung, -speicherung und -aufbereitung. Wie können diese aussehen?

Das geförderte Wasser entstammt in Niedersachsen, laut dem Umweltministerium in Hannover, zu rund 86 Prozent aus dem Grundwasser und weitere zwölf Prozent werden aus den Harztalsperren gewonnen.

Flächenversiegelung stoppen

Es ist also sicher nicht hilfreich, wenn noch mehr Flächen versiegelt werden. Dieses Wasser fließt ab und wird damit größtenteils der Grundwasserbildung entzogen. Eher sollten versiegelte Flächen geöffnet werden und wo dieses nicht möglich ist, muss überlegt werden, wie Regenwasser der Versickerung zugeführt werden kann.

Zudem müssen, so denke ich, die Abwässer - auch aus Privathaushalten - effizienter gereinigt und erneut genutzt werden. Reichen wird das sicher nicht. Es braucht Innovationen, die uns helfen in allen Bereichen die wertvolle Ressource Wasser sparsamer und schonender einzusetzen.

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