Bundesministerin Julia Klöckner auf einer Pressekonferenz.
Ellen Hartmann | am

Klöckner will biologischen Pflanzenschutz stärker fördern

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) will im Beerenobstanbau neue biologische Pflanzenschutzverfahren mit 1,6 Millionen Euro fördern.

Die Zuwendungsbescheide sollen heute (20. April) von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner an die zwei Verbundvorhaben "Anwendung von Pupalparasitoiden zur biologischen Regulierung der Kirschessigfliege in der Praxis (ParaDrosu)" (rund 730.000 Euro Fördermittel) und die "Entwicklung holistischer Formulierungsverfahren für den biologischen Pflanzenschutz von Beerenobst (HOPE)" (843.000 Euro) überreicht werden.

Nachhaltige Lösungen für den Pflanzenschutz

Beide Projekte beschäftigen sich mit der Anwendung biologischer Pflanzenschutzverfahren, um weiter von chemischen Pflanzenschutzmitteln unabhängig zu werden. Denn besonders zur Stärkung des heimischen Obst- und Gemüseanbaus seien innovative und nachhaltige Pflanzenschutzlösungen wichtig, heißt es vom BMEL. Allein im Bereich Gartenbau sollen 27 innovative Ideen mit rund 18,4 Millionen Euro unterstützt werden. 

Das sagt Julia Klöckner:

"Unser Ziel ist, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln immer weiter zu reduzieren und gleichzeitig Ernten zu sichern", sagt die Bundesministerin. "Ein wichtiger Baustein dabei ist die Forschung im Bereich biologischer Alternativen. Diese bringen wir mit dem aktuellen Förderprogramm weiter intensiv voran. So wenig Pflanzenschutzmittel wie möglich, so viel wie nötig – darum geht es mir. Mit Augenmaß und auf Basis von Fakten und wissenschaftlicher Erkenntnisse."

Das Projekt "ParaDrosu"

ParaDosu setzt auf ein "mitdenkendes" Pflanzenschutzverfahren: Schlupfwespen sollen Schädlinge langanhaltend niedrig halten. Hierbei geht es um die Tönnchenpuppen der Kirschessigfliege, die die Wespen "lokalisieren, befallen und abtöten" sollen. Ein vergleichbares Verfahren gibt es bisher nicht. 

Die Projektnehmer von ParaDrosu:

  • Julius-Kühn-Institut (JKI) als Koordinator mit seinen Instituten für Biologischen Pflanzenschutz und Pflanzenschutz in Obst- und Weinbau
  •  Hochschule Geisenheim University, Hessen
  • Katz Biotech AG, Baruth/Mark

Das Vorhaben "HOPE"

Im Fokus des Projekts "HOPE" steht die Entwicklung von Formulierungen für den "biologischen Pflanzenschutz von Heidelbeeren". Ziel ist es Käferlarven zu bekämpfen, welche die Pflanzenwurzel schädigen. Die Larven sollen daher mittels einer Kapsel oder eines Granulates angelockt und durch einen integrierten insektenpathogenen Pilz abgetötet werden.

Die Projektnehmer von HOPE:

  • Fachhochschule Bielefeld als Koordinator, Bielefelder Institut für Angewandte Materialwissenschaften (BIfAM)
  • BIOCARE Gesellschaft für biologische Schutzmittel mit beschränkter Haftung, Dassel
  • Firma Geohumus GmbH, Frankfurt am Main
  • Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie IME, Gießen
  • Technische Hochschule Mittelhessen, Gießen
  • Spargel und Beerenanbau Winkelmann GmbH & Co. KG, Rahden
Mit Material von BMEL
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