Ein Traktor düngt einen Acker.
Ellen Hartmann | am

Konjunkturbarometer Agrar zeigt Skepsis der Landwirte

Laut des Konjunkturbarometer Agrar des Deutschen Bauernverbandes (DBV) habe sich die Stimmungslage in der Landwirtschaft im März etwas erholt. Doch bei vielen Landwirten schwingen Bedenken mit.

Gerade in Bezug auf die wirtschaftliche Lage sei die Skepsis unter den Ackerbaubetrieben groß. "Das geplante Insektenschutzgesetz wird die Situation der Landwirte weiter verschärfen", verdeutlicht DBV-Präsident Joachim Rukwied. "Es gefährdet die Existenzgrundlage vieler Bauernfamilien und zerstört bereits vorhandene kooperative Ansätze."

Was ist das Konjunkturbarometer?

Im März sei der Indexwert des Konjunkturbarometer Agrar mit 14,2 höher gewesen als noch während der vorangegangenen Befragung im Dezember (11,0). Der Wert bilde "die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung und die Erwartungen an die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung" ab, heißt es vom DBV. Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar werde vierteljährlich mittels einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Auftraggeber sind der DBV, der VDMA Fachverband Landtechnik sowie die Landwirtschaftliche Rentenbank. Aktuell wurden 851 Landwirte aus Deutschland befragt.  

Landwirte wollen mehr investieren

Im Vergleich zu Dezember sei der Anteil der Landwirte, der investieren will deutlich gestiegen. Denn durch das Investitionsprogramm Landwirtschaft im Rahmen des Investitions- und Zukunftsprogramms Landwirtschaft (IuZ) seien vor allem Investitionsplanungen in umwelt- und klimaschonende Landtechnik angestiegen. Jedoch werde mit dem starken Kaufanstieg von Düngeausbringungs- und Pflanzenschutztechnik, weniger in Erntetechnik investiert. Dennoch liege das Investitionsvolumen für Maschinen in den kommenden sechs Monaten bei 1,2 Milliarden Euro und damit 0,2 Milliarden Euro über dem Vorjahrestrend.

Investitionsprogramm Landwirtschaft lässt investieren

Ebenfalls zunehmen würden Investitionen in Ställe und Hof- und Stalltechnik: Hier werde in den nächsten Monaten mit Investitionen in Höhe von 2,1 Milliarden Euro gerechnet – das sind 0,4 Milliarden mehr als im Vorjahr. Grund für den Investitionsanstieg sei das Investitionsprogramm Landwirtschaft, welches auch die Lagerung und Aufbereitung von Wirtschaftsdünger fördere. Aber im Mittelffristvergleich sei das Investitionsniveau in Ställe dennoch niedrig.

Liquidität der Betriebe

Noch im März vergangenen Jahres gaben rund 17 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe an, dass ihre finanzielle Situation angespannt oder sehr angespannt sei. Auch jetzt bleibe die Situation besonders für Veredelungsbetriebe, trotz anziehender Schweinepreise, schwierig. 23 Prozent sagen weiterhin, ihre Lage sei angespannt oder sehr angespannt. Gerade bei den Futterbetrieben sei dies mit 20 Prozent der Fall. Schaut man auf die Notenskala von 1 bis 5, befinde sich die aktuelle wirtschaftliche Situation im Mittel bei 3,11, so der DBV.

Corona hinterlässt Spuren

Im März 2021 seien die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise positiver bewertet worden als noch im Dezember vergangenen Jahres – gerade die Preise für Schweine. Negativ wirke sich allerdings besonders die Entwicklung der Einkaufspreise für Futter-, Düngemittel und Energie auf die wirtschaftliche Stimmungslage aus. Auch aufgrund der GAP-Diskussion würden die politischen Rahmenbedingungen schlechter beurteilt werden als im Dezember.

Und auch Corona wirke sich auf die Landwirtschaft aus: Derzeit empfinden 10 Prozent der befragten Landwirte die Situation als einschränkend (März 2020: 11 Prozent). Sogar 15 Prozent wollen ihre Investitionen aufgrund der Lage verschieben (März 2020: 26 Prozent). 28 Prozent geben sogar an, Umsatzverluste zu erleben und 49 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass das Virus die Sorgen und Nöte der Landwirte in den Hintergrund könnte (März 2020: 47 Prozent).

Mit Material von DBV
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