Maren Diersing-Espenhorst | am

Konventionell und Bio: Betriebe lernen voneinander

30 konventionell wirtschaftende Betriebe sind Partnerschaften mit 30 ökologisch wirtschaftenden Betrieben eingegangen. Hintergrund ist das Verbundprojekt zur „Förderung von Insekten im Ackerbau“ (FINKA).

Das Projekt FINKA im Bundesprogramm Biologische Vielfalt erarbeitet Strategien zur Förderung von Insekten in der Agrarlandschaft und stößt damit innerhalb der Landwirtschaft eine breite Diskussion an.

Die 60 teilnehmenden Betriebe sind maximal 15 km voneinander entfernt. Der konventionell arbeitende Betrieb verzichtet auf einer Versuchsfläche von ein bis drei Hektar auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Insektiziden und Herbiziden. Gleichzeitig bewirtschaftet er eine Vergleichsfläche gewohnt konventionell.

Der ökologisch wirtschaftende Partnerbetrieb legt eine Vergleichsfläche ähnlicher Größe und mit ähnlichen Standortbedingungen an. Seinen Partnerbetrieb unterstützt er mit Hack- und Striegeltechnik. Gemeinsam gehen sie in einen fachlichen Austausch darüber, wie mehr Biodiversität bei hoher Produktivität auf der Ackerfläche erreicht werden kann.

Lerneffekte durch Ausprobieren

„Ich hoffe auf Lerneffekte durch Ausprobieren“, sagt Ulrich Löhr, Vizepräsident im Landvolk Niedersachsen, der selbst an dem Projekt teilnimmt. Sein Partnerbetrieb liegt im gleichen Ort im Landkreis Wolfenbüttel.

Aktuell wird auf den Versuchsflächen aller Betriebe Wintergetreide ausgesät, um ähnliche Ausgangsbedingungen für die Untersuchungen zu schaffen. Damit wird das Vorkommen und die Vielfalt der Ackerbegleitflora und von Insekten im Verlauf des Projektes dokumentiert. Die Kartierungen beginnen im Frühjahr 2021, erste Erkenntnisse sollen unter anderem auf Feldtagen geteilt werden.

Verbundpartner sind das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen, das Netzwerk Ackerbau Niedersachsen e.V., das Landvolk Niedersachsen e.V. sowie das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig, Bonn (ZFMK) und die Georg-August-Universität Göttingen. Das Projekt läuft bis Ende 2025.

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