Ein Mähdrescher beim Abtanken des Winterweizen
Werner Raupert | am

Landessortenversuche 2020: Weizen überzeugt auf guten Standorten

Winterweizen ist die zentrale Getreideart. An dieser Frucht müssen sich alle anderen Kulturen ausrichten. Ertraglich konnte Winterweizen in diesem Jahr weitgehend überzeugen. Aber regional gibt es Sortenunterschiede.

Der Anbauumfang von Winterweizen in Niedersachsen zeigte in den letzten Jahren deutliche Schwankungen. Im Anbaujahr 2019/20 ist die Winterweizenfläche um gut 72.000 ha oder 18 % auf etwa 330.000 ha gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Die Gründe für den Rückgang liegen in erster Linie wieder in den Witterungsbedingungen im Herbst.  

 

Emsland und Osnabrück: Geringe Winterweizen-Erträge

Aber auch der Trend, enge Getreidefruchtfolgen durch die Einbindung weiterer Kulturen zu erweitern, scheint zuzunehmen. Insbesondere der Anteil von Stoppelweizen ist stärker rückläufig. In den Futterbauregionen mussten darüber hinaus aufgrund entstandener Futterlücken Flächen für den Feldfutterbau freigehalten werden - in erster Linie für den Mais.

Durch Trockenheit waren in diesem Jahr neben den nordhannoverschen Sandstandorten auch die südwestlichen Regionen, wie das Emsland oder der Raum Osnabrück betroffen, wo entsprechend geringe Erträge erzielt wurden. In den Börderegionen hingegen konnten hohe, teilweise auch sehr hohe Winterweizen-Erträge eingefahren werden.

 

Neue Sorten in der Prüfung

Der Landessortenversuch (LSV) Winterweizen 2020 wurde in Niedersachsen an 19 Standorten in sechs Anbauregionen angelegt, wobei an den drei Standorten Höckelheim, Königslutter und Poppenburg (Lehmböden Südhannover) die Anlage jeweils als Blatt- und Stoppelweizen erfolgte.

Während seit Jahren in der Anbauregion Lehmstandorte Südhannover auch E-Sorten mitgeprüft wurden, ist ab diesem Jahr mit KWS Emerick im gesamten norddeutschen Kammerverbund eine E-Sorte aufgenommen worden. Ziel ist es zu untersuchen, ob durch die Reglementierung der neuen Düngeverordnung der Anbau einer E-Sorte sinnvoll ist.

Für 2020 wurden drei neue A-Sorten, SU Habanero, LG Charakter sowie die Hybridsorte Hyvega aufgenommen. Im B-Segment schafften Gentlemen, KWS Donovan, Chevignon und die frühreife begrannte Sorte Complice den Aufstieg. Hinzu kommt die vom Bundessortenamt als C-Sorte eingestufte KWS Keitum. Damit hat sie das Manko in der Praxis mit 20 kg N/ha weniger als die B-Sorten auskommen zu müssen.

 

Ergebnisse für Winterweizen in Niedersachsen

  • 2019/20 wurden neue ertragsbetonte Sorten in die Prüfungen aufgenommen.
  • Gesunde Sorten zeigen insbesondere gegenüber Rost schnell Schwächen.
  • Umsetzung der neuen Düngeverordnung wird sich auf die Sortenentscheidungen auswirken.
  • Ob E-Sorten im Anbau zunehmen, wird durch die Preisgestaltung und Nichterfüllung geforderter Rohproteinwerte beeinflusst.
  • Rohproteingehalt wird bei der Vermarktung stärker einfließen.
  • Für die offizielle Qualitätseinstufung beim Bundessortenamt wird dieses Kriterium nicht mehr herangezogen.

 

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