Traktor zieht auf trockenem Feld Staubwolke hinter sich her
Christel Grommel | am

Landwirte hoffen sehnlichst auf Regen

Landwirte und Waldbesitzer sind in Sorge, denn es ist deutlich zu trocken. Die Pflanzen schreien förmlich nach Wasser, denn seit mehr als einem Monat hat es nicht mehr nennenswert geregnet.

Die Wetterberichte machen wenig Hoffnung - kräftiger Regen ist derzeit nicht in Sicht. Ein weiteres trockenes Jahr nach 2018 und 2019 hätte erhebliche Folgen für die Ernte und für die Wälder. 

Der DWD sagt für die nächsten Tage und die kommende Woche Schauer voraus, aber keinen ergiebigen Regen, der Feuchtigkeit in den Boden bringt. In Niedersachsen sind nur zwischen zwei und fünf Prozent des normalen monatlichen Niederschlags für April gefallen.

Der Februar war noch so nass, dass die Landwirte die feuchten Äcker nicht befahren konnten. Jetzt aber sieht es ganz anders aus, denn seit dem 11. März gab es keinen ausreichenden Niederschlag mehr. In Verbindung mit den relativ warmen Temperaturen und dem starken Wind führt das zu trockenen Böden. In vielen Regionen sei der Oberboden ausgetrocknet, sagt der Vorsitzende des Pflanzenbau-Ausschusses beim Landvolk Niedersachsen. Im Emsland sei es teilweise schon so trocken, dass Experten mit Schäden am gerade erst gepflanzten Mais rechnen.

 

Regionale Unterschiede

Es gibt jedoch regionale Unterschiede in Niedersachsen. Die schweren, lehmhaltigen Böden speichern das Wasser besser als die leichten Böden, die sich in etwa nördlich der A2 in Richtung Lüneburger Heide befinden. Im Osten Niedersachsens sollten Wintergetreide-Bestände nach Ansicht der Kammer dringend beregnet werden. "Das Wetter der nächsten vier Wochen wird in hohem Maße darüber entscheiden, ob sich die Kulturen normal entwickeln können", heißt es von Seiten der LWK.

Folgen für den Wald

Auch die Niedersächsischen Landesforsten schätzen die für die Jahreszeit ungewöhnliche Trockenheit als ein Problem ein, das der Wald bekommen könnte. 

"Es sieht nicht gut aus", sagte Sprecher Michael Rudolph. "Die Pflanzen schreien nach Wasser." Dies gelte vor allem für die jungen Bäume. "Denn derzeit ist Haupt-Pflanzsaison. Wir brauchen lang anhaltende Niederschläge, damit auch die flach wurzelnden jungen Pflanzen nasse Füße bekommen."

Sorge bereiten zudem die Borkenkäfer, denn wegen der teilweise hohen Temperaturen fliegt bereits die erste Generation der Käfer aus. 

Welche Folgen hätte ein erneutes Trockenjahr?

Landvolk-Experte Meyer fasst die Antwort kurz: Das wäre schlecht. 

2018 war ganz schlimm, 2019 gab es ein wenig Regen, der besser über das Jahr verteilt war. Würde es wieder ein trockenes Jahr, würden vor allem die Milchviehbetriebe leiden, denn diese nutzen ihr Grünland fürs Futter. Wenn es zu trocken ist, reicht das eigene Futter nicht, und es muss zugekauft werden. 

"Der erste Frühjahrsschnitt ist um die Monatswende April/Mai, und da steht schon jetzt im Grunde nicht ausreichend Futter auf den Feldern", so Meyer. 

Mit Material von dpa

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