Hand mit erntereifen Lupinensamen und Lupinenschoten vor einem erntereifen Lupinenfeld

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Janina Schuster | am

Lupinen im Aufwärtstrend

Eine Pflanze mit wertvollen Inhaltsstoffen findet langsam den Weg zurück in das Bewusstsein von Erzeugern und Verbrauchern.

Eine Pilzerkrankung ließ den Anbau der Lupinen jahrelang zum Erliegen kommen. Das war dann aber auch der einzige Grund, denn die Liste der Vorteile liest sich wie die Werbung für sogenannte "Superfoods": Lupinen sind ausgesprochen eiweißreich und enthalten alle lebenswichtigen Aminosäuren. Ihre Samen liefern Vitamin E und wichtige Spurenelemente wie Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen. Als echte Alternative zu Sojaprodukten sind Lupinen auch bei Vegetariern und Veganern beliebt. Aus der ganzen Bohne lassen sich Fleischersatzprodukte herstellen. Aber auch Menschen mit Zöliakie profitieren von der heimischen Pflanze: ihr Mehl ist glutenfrei.

Neue Sorten trotzen dem Pilz

Nun sind dank moderner Pflanzenzucht neue Sorten auf dem Markt, die einen erneuten Anbau möglich machen und resistenter gegenüber Pilzen sein sollen. Die Nachfrage bestimmt auch in diesem Fall den Markt und so wird insbesondere der Anbau von weißen Lupinen befeuert, da das Interesse an heimischem Eiweißfutter immer größer wird. "Steigende Korn- und besonders Rohproteinerträge könnten bei hoffentlich auch entsprechenden preislichen Anreizen die Vermarktung fördern und die Wirtschaftlichkeit des Lupinenanbaus verbessern", sagt Carsten Rieckmann von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. 

Landwirte sollen sich per Vertragsanbau absichern

Seine Empfehlung an die Landwirte: sich nach Möglichkeiten per Vertragsanbau absichern, bei dem die Konditionen und geforderten Qualitätsanforderungen klar definiert sind. Auch sollten die positiven Effekte der Lupine auf Folgefrüchte in die ökonomische Betrachtung einbezogen werden. "Durch ihre Fähigkeit, mit Hilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft zu binden, mindern sie die Düngerkosten und tragen zur N-Versorgung der nächsten Kultur bei", erklärt er. Bislang scheint es noch ein Problem mit der Beschaffung des Saatguts zu geben. "Hier scheint die Nachfrage das aktuelle Angebot zu überschreiten, zumal ein Nachbau strikt untersagt ist", gibt Rieckmann zu.

Anbauzahlen in Niedersachsen steigen

In den vergangenen Jahren wurden etwa 700 Hektar Land in Niedersachsen für den Lupinenanbau genutzt. Doch die Nachfrage steigt dank der züchterischen Fortschritte. In 2020 stieg die Fläche bereits auf 923 Hektar. Die Lupine ist, wie alle Leguminosen, nicht selbstverträglich und benötigt Anbaupausen von sechs bis sieben Jahren, auch zu anderen Leguminosen wie Ackerbohnen und Erbsen. 

Mit Material von L P D
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