Futterlücken
Karl-Gerd Harms, LWK Niedersachsen | am

Jetzt Maisaussaat planen und Futterlücken schließen

Nach dem trockenen Sommer 2018 müssen auch Niedersachsens Futterbaubetriebe schnell Futterreserven aufbauen. Hier Tipps.

Der Futterbau im trockenen vergangenen Jahr war in Niedersachsen geprägt durch

  • zu geringe Grundfuttererträge
  • bei gleichzeitig sehr früher Silomaisernte und
  • nachfolgend guten Aussaatbedingungen.

Deshalb haben viele Betriebe bereits im Spätsommer und Herbst letzten Jahres auf die drohende Futterknappheit in diesem Jahr reagiert. Vielfach wurde sowohl nach Getreide als auch nach Silomais Weidelgras als Futterzwischenfrucht ausgesät.

Auch wurden vermehrt Flächen mit Wintergetreide bestellt, welches zum Teil als Grünschnittroggen oder Getreide-GPS zur Fütterung von Rindern oder Biogasanlagen dienen soll. Als Zwischenfrucht oder Untersaat gesäte Weidelgrasbestände sowie Grünroggen und Getreide-GPS bilden die ersten Futterquellen des neuen Jahres.

Weidelgras mit anschließender Maisaussaat

Früheste Nutzungsmöglichkeiten bilden dabei die Weidelgrasbestände. Eine Schnittnutzung ist, je nach Witterungsverlauf, ab der letzten Aprildekade möglich. Bei ausreichendem Wasserangebot ist bei frühem ersten Schnitt auch ein zweiter Schnitt nach vier bis fünf Wochen mit anschließender Maisaussaat (mit sehr früher Sorte) denkbar.

Beim Einsatz von Welschem Weidelgras sind Erträge von 30 bis 60 dt/ha Trockenmasse zum ersten Schnitt durchaus realistisch.

Grünschnittroggen vor Mais

Der Anbau von Grünschnittroggen vor Mais oder ein Zweikultursystem mit Getreide-GPS und sehr frühen Maissorten bietet sich ebenfalls als zusätzliche Futterquelle an. Diese Möglichkeiten sind allgemein bekannt und werden von vielen Biogasbetrieben ohnehin häufig praktiziert. Diese Futterquelle kann durchaus auch für die Rinderfütterung interessant sein.

Grünschnittroggen bietet dabei eine gute Möglichkeit für eine zusätzliche Futtergewinnung ohne großes Ertragsrisiko beim nachfolgenden Silomaisanbau.

Maisanbau nach Getreide-GPS: Deutlich niedrigere Erträge

Der Maisanbau nach Getreide-GPS ist dagegen immer mit deutlich niedrigeren Erträgen beim Mais verbunden als bei einem Solo-Maisanbau, welche auch nicht ausreichend vom GPS-Ertrag kompensiert werden können.

Nach Getreide-GPS bietet sich daher eher der Anbau von Sommergetreide, ebenfalls zur GPS-Nutzung, oder einer anderen Sommerzwischenfrucht wie Kleegras, Ackergras, etc., an. Die Vornutzung von Grünschnittroggen bietet besonders in diesem Jahr eine gute Möglichkeit, den Gesamtertrag zu steigern.

Frühe Maissorten für frühere Ernte

Besteht die Futterlücke insbesondere beim Silomais, so kann durch die gezielte Wahl sehr früher Sorten auf einem Teil der Anbaufläche bei gleichzeitig möglichst früher Aussaat auch die Ernte dieser Bestände früher erfolgen.

Lesen Sie mehr zum Thema in der LAND & Forst 14/19.

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