Maisernte

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Dr. Olaf Zinke | am

Maisernte in Europa ist katastrophal – und die Getreidepreise steigen

Die Maisernte in der EU ist kleiner als im Dürrejahr 2018. Die Kommission hat ihre Prognose zum zweiten Mal drastisch gesenkt. Der Maisimport könnte so hoch sein wie nie zuvor. Und die Getreidepreise steigen kräftig.

Die Europäische Kommission hat am vorigen Donnerstag ihre Prognose für die diesjährige Maisernte in der Europäischen Union nochmals um 10 % gesenkt. Das ist die zweite drastische Kürzung hintereinander als Folge der schweren Dürre. Die Kommission reduzierte ihre Prognose für die Maisernte in der EU auf nur noch 59,3 Millionen Tonnen, gegenüber den 65,8 Millionen, die vor einem Monat erwartet wurden. Das wäre die kleinste Ernte seit sieben Jahren und auch die Ernte im Dürrejahr 2018 würde deutlich verfehlt.

Extreme Wetterbedingungen schwächen Ernte

Die Maispflanzen haben mehrere Hitzewellen und die voraussichtlich schlimmste Dürre in Europa seit vielen Jahren nicht gut überstanden. Die Kommission hatte ihre Maisernteprognose bereits im vorigen Monat deutlich gesenkt und korrigiert ihre Ernteschätzung jetzt nochmals um 6,5 Millionen Tonnen nach unten.

Die Kommission berief sich bei ihrer Korrektur auf die extremen Wetterbedingungen in wichtigen Anbauländern und sagte, dass die Korrektur vor allem niedrigere Ertragsprognosen für Rumänien, Frankreich, Bulgarien und Ungarn widerspiegelten. Das sind die größten Maisproduzenten der EU und sie exportieren eigentlich einen erheblichen Teil ihrer Produktion in andere EU-Länder. Diese Überschüsse werden jetzt fehlen.

Die Kommission schätze die Maisernte für Frankreich auf 11,7 Millionen Tonnen – nach 15,7 Millionen Tonnen im vorigen Jahr und für Rumänien auf 11,6 Millionen – von 15,2 Millionen Tonnen im vorigen Jahr. Auch in Polen, Deutschland, Italien und Spanien gab es kräftige Korrekturen der Ernteerwartungen nach unten.

Dürreschäden auf einem Maisfeld

Maisimporte nehmen stark zu – Maispreise steigen auch

Dabei ist der schwache Ausblick der Kommission noch immer noch höher als einige andere Marktschätzungen, - beispielsweise von Strategie Grains, die die europäische Maisernte nur noch bei 55,4 Millionen Tonnen sehen und damit auf dem niedrigsten Stand seit dem Katastrophenjahr 2007. Damals hatten die Europäer weniger als 50 Millionen Tonnen Mais geerntet. Einige Analysten halten es jedoch für möglich, dass die jüngsten Regenfälle und kühlere Temperaturen seit Mitte August weitere Ertragsverluste noch abwenden könnten.

Die sehr kleine Ernte veranlasste die Kommission, ihre Prognose für die EU-Maisimporte in der Saison 2022/23 von den vor einem Monat erwarteten 16,5 Millionen Tonnen auf nun 20 Millionen Tonnen anzuheben und die prognostizierten EU-Maisexporte von 5 Millionen Tonnen auf 4 Millionen zu senken. In der laufenden Saison – also im Juli und im August – haben die Länder der EU bereits 3,9 Millionen Tonnen Mais importiert, im Vergleich zu 2,6 Millionen im vorigen Jahr. Die größte Menge dieser Importe kam aus Brasilien, nämlich 2,2 Millionen Tonnen (56 %) und immerhin 1,4 Millionen Tonnen (36 %) bezogen die Europäer aus der Ukraine.

Die größten Abnehmer waren Spanien, die Niederlande, Polen und Portugal. Nach Deutschland gingen nur etwas mehr als 60.000 Tonnen.

Die Maispreise haben auf den Mangel bereits reagiert und sind am Montag kräftig gestiegen. Am europäischen Terminmarkt ging es für die neue Ernte um 8,50 Euro nach oben auf 324,50 Euro je Tonne. Auch die nachfolgenden Termine notierten auf einem ähnlichen Niveau.

Weizenexporte bleiben sehr hoch – Weizen-Preise steigen auch

Im Gegensatz zum Mais erhöhte die EU-Kommission ihre Prognose für die Ernte von Weichweizen in der EU von 123,9 Millionen Tonnen, die Ende Juli prognostiziert wurden, auf 126,0 Millionen Tonnen. Das sind aber immer noch gut 4 Millionen Tonnen weniger als im vorigen Jahr, als die Erntemenge bei 130 Millionen Tonnen lag. Deutlich kleinere Ernten als vor Jahresfrist meldete die Kommission aus Frankreich, Rumänien, Ungarn; Bulgarien und Italien. Mehr Weizen als vor Jahresfrist haben die Landwirte – vor allem wegen Anbauausweitungen - hingegen in Polen und dem Baltikum sowie in Tschechien und Dänemark von den Feldern geholt.

Die prognostizierten Weichweizenexporte der EU blieben zum Vormonat unverändert bei 36 Millionen Tonnen: Im vorigen Jahr hatten die Europäer nur gut 29 Millionen Tonnen Weizen exportiert. Wegen der etwas nach oben gesetzten Produktion hat die Kommission ihre Prognose für die Bestände am Ende der Saison um 2 Millionen Tonnen auf 15,7 Millionen angehoben. Die europäischen Weizenpreise sind am Montag indessen kräftig gestiegen und legten für den vorderen Septembertermin um 5,75 Euro auf 336 Euro je Tonne zu und für den nachfolgenden Dezember-Kontrakt ging es um 10,50 Euro auf 330 Euro je Tonne nach oben.

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