Haferkekse auf Haferflocken

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Janina Schuster | am

Mehr als "nur" Pferdefutter - Hafer wird beliebter

Bislang erfreute sich Hafer vorrangig unter Pferdehaltern großer Beliebtheit, doch das soll sich nun ändern. Die Lebensmittelindustrie entdeckt das glutenarme und vitaminreiche Getreide mehr und mehr für sich.

Der Pflanzenausschuss des Landvolks Niedersachsen ist sich einig: Hafer erfährt einen deutlichen Aufwärtstrend und dürfte demnächst auch auf heimischen Äckern wieder vermehrt ausgesät werden. "Hafer ist dankbar und bietet Schutz vor Schädlingen", sagt Ausschuss-Vorsitzender Karl-Friedrich Meyer. "Mit Hafer lässt sich zum Beispiel ein Ungras wie der Ackerfuchsschwanz gut unterdrücken." Das Getreide sei eine adäquate Alternative in der Fruchtfolge.

Nachfrage steigt seit 2008 stetig

In den letzten Jahren war das noch anders, Deutsche Bauern setzten da vor allen Dingen auf Weizen, Roggen und Gerste. Diese brächten einen größeren Erlös ein. "Das liegt auch an der aufwändigen Lagerung; das Korn ist leicht und braucht viel Luft", so Meyer. "Früher wurde Hafer nur als Viehfutter genutzt, heute gibt es aber viel mehr Möglichkeiten der Vermarktung." Und für diese wurde Hafer bisher zum Beispiel aus Skandinavien importiert. 

Zahlen deutscher Schälmühlen verdeutlichen den Trend: Von 2008 bis 2018 stieg die Menge verarbeiteten Hafers um 70 Prozent auf 500.000 Tonnen. Zeitgleich ging die beanspruchte Ackerfläche in Deutschland um 22 Prozent zurück, die Haferernte verlor 27 Prozent.

Regionalität hat ihren Preis

Ein Widerspruch, den sich auch der Verband Getreife-, Mühlen- und Stärkewirtschaft nur schwer erklären kann: "In den vergangenen knapp 20 Jahren hat der Haferanbau in Deutschland nicht die Beachtung gefunden, die er aufgrund seiner agronomischen Vorteile und der zunehmenden Verwendung in Lebensmitteln hätte finden können." Dafür sorgen nun aber diverse Produktinnovationen und neue Käufergruppen, die den Hafer zunehmend interessant machen. 

Im Raum Hildesheim habe Meyer bereits gute Erfahrungen mit dem Anbau und der Vermarktung von Dinkel gemacht, hier seien auch schon Verträge mit Mühlen und Handel abgeschlossen worden. "Wenn wir für den Anbau des Rohstoffs ausreichend vergütet werden, richten wir uns gern auf die Bedürfnisse des Marktes ein", sagt Jochen Oestmann, stellvertretender Vorsitzender im Landvolk-Pflanzenausschuss. "Aber Regionalität kostet Geld!"

Mit Material von LPD
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