Glyphosatausbringung

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Janina Schuster | am

NABU fordert Aus für Glyphosatzulassung

Am 01. März tritt das Insektenschutzpaket in Kraft. Der NABU warnt davor, dass die Zulassung für Glyphosat verlängert werden könnte und die Politik somit nicht Wort halte.

In Deutschland soll es mehr Biodiversität und Insektenschutz geben. Das hat die Politik im letzten Jahr mit der Verabschiedung des Insektenschutzpakets betont. Damit einher ging auch eine Änderung in der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung. Zusammen stellen die das von der großen Koalition novellierte Bundesnaturschutzgesetz dar. Dem Naturschutzbund (NABU) gehen diese Anstrengungen jedoch nicht weit genug und das hat viel mit der erneuten Zulassung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat zu tun.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Das Insektenschutzpaket sei ein Schritt in die richtige Richtung, so der NABU, doch sei es noch ein langer Weg, bis Insekten wirksam geschützt würden. NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger forderte von SPD, Grünen und FDP ein „unmissverständliches Zeichen“ hinsichtlich des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat. „ In ihrem Koalitionsvertrag hat die Ampelregierung versprochen, dass Glyphosat bis Ende 2023 vom Markt kommt“, sagte Krüger und forderte von der Politik Wort zu halten und sich gegen eine Wiederzulassung auszusprechen.
Einer Studie zufolge weisen Lebensmittel wie Möhren, Äpfel und Kartoffeln wenig bis keine Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf

Termin des Ausstiegs könnte sich verschieben

Seit September 2021 gilt die aktuelle Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung. Darin ist geregelt, dass die Anwendung glyphosathaltiger Mittel mit dem Auslaufen der Zulassungen verboten ist. Der NABU befürchtet nun, dass sich der Termin des Ausstiegs noch verschieben wird, sollte die EU-weite Zulassung des Mittels Ende 2022 verlängert werden. Auf EU-Ebene wird an dementsprechenden Anträgen bereits gearbeitet. „Von einem Ausstieg kann dann also keine Rede sein, denn das nationale Verbot ist vom Ausgang des Zulassungsverfahrens des Wirkstoffs Glyphosat auf EU-Ebene abhängig“, so der Präsident.

Viele Baustellen beim Insektenschutz

Doch es ist nicht nur Glyphosat, was die Naturschützer beim Insektenschutz in Deutschland umtreibt. „Es fehlen konkrete Verbote für Himmelsstrahler, Insektenlichtfallen sowie die rechtliche Umsetzung des Refugialflächenansatzes“, erklärt die Nabu-Expertin für Biodiversität und Entomologie, Laura Breitkreuz. Der Refugialflächenansatz besagt, dass die Anwendung von biodiversitätsschädigendem Pflanzenschutzmittel abhängig davon ist, ob Rückzugsflächen für Pflanzen und Tiere auf und angrenzend an Anwendungsflächen seien. Sie fordert „eine allgemeine Strategie zur Reduktion der Risiken durch Pestizide in der gesamten Agrarlandschaft“ auf den Weg zu bringen. Dies seien wichtige Bausteine, um die negativen Auswirkungen auf die Artenvielfalt auszugleichen.

Mit Material von RND
Traktor bringt Pflanzenschutzmittel aus

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