Ein Traktor bei der Gülleausbringung.
Ellen Hartmann | am

Neues Projekt zur bedarfsgerechten Gülleausbringung

An der Fachhochschule Kiel haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jetzt ein neues Projekt ins Leben gerufen, bei dem an der bedarfsgerechten Ausbringung organischer Dünger geforscht werden soll.

In den kommenden drei Jahren soll im Rahmen des Projektes der Einsatz von Sensoren für die Analyse des Nährstoffgehalts in flüssigen Düngern untersucht werden. Bisher sei die Gülleausbringung nur schwer kalkulierbar gewesen, sodass der Nährstoffgehalt bislang durch wenige Stichproben nur schwer ermittelbar gewesen sei, heißt es von der Fachhochschule. 

Viele Probleme bei der Gülleausbringung

Gerade dass die Gülle in den Lagerbehältern meist nur unzureichend homogenisiert werde, sei ein Problem, heißt es weiter. Zusätzlich komme es immer öfter zu Bildung von Sedimenten, die einen Großteil der Nährstoffe enthalten würden. Auch komme es bei der Gülleausbringung auf dem Feld immer wieder zu Schwankungen bei der Zusammensetzung. Laut den Forschern sorge der ungenaue Einsatz für "erhebliche" Folgen in puncto Ertrag und Umwelt. Ihre Lösung: Hier könne eine digitale Echtzeitanalyse der Nährstoffgehalte flüssiger Düngemittel, sowhl bei der Abfüllung in die Behälter als auch bei der Ausbringung, hilfreich sein. 

Wie soll das gehen?

Mithilfe eines sogenannten reflexionsoptischen Systems soll das umsetzbar sein. Nach Angaben der Experten ermögliche dieses Vorhaben eine berührungslose Echtzeiterfassung. Zwar sei die Technik allein für die Betriebe, die organisch düngen, zu teuer, doch sie trage auch bei der Ernte zur Qualitätsbestimmung des Erntegutes oder zur Inhaltsstoffbestimmung bei der Tierfütterung bei. Ziel des Projektes sei es vordergründig die Akzeptanz für die Technik zu erhöhen und deren Einsatz zeitgleich zu etablieren, so das Forschungsteam.  

Nährstoffnutzungseffizient betriebseigener organischer Wirtschaftsdünger ausbauen

Mit der Technik solle langfristig eine größere Nährstoffnutzungseffizient betriebseigener organischer Wirtschaftsdünger erzielt werden. Zudem solle auch der Einsatz von Mineraldüngern, welche zur Kompensation möglicher Nährstoffmängel ausgebracht werden würden, stark reduziert werden. Neben der Fachhochschule Kiel sind an dem Projekt auch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) sowie das Internationale Pflanzenbauzentrum der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) beteiligt. In vier Bundesländern soll das Projekt durchgeführt werden. Vom Bundeslandwirtschaftsministerium wird das Vorhaben mit rund 2,5 Millionen Euro gefördert. 

Mit Material von AgE
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