Gras bei Trockenheit
Christel Grommel | am

Niederschlag fehlt im Unterboden

Der Unterboden ist für die Pflanzen zu trocken. Aktuell kommt die trockene Phase den Landwirten entgegen, danach braucht es Niederschläge.

"Der Regen kam zur Aussaat des Wintergetreides gerade richtig, es war genug Feuchtigkeit im Boden, sodass die Saat gut aufgelaufen ist. Aber der Unterboden ist zu trocken. Wir Landwirte und auch der Wald brauchen einen richtigen Winter mit einer ordentlichen Schneedecke", hofft Karl-Friedrich Meyer auf größere Niederschlagsmengen in den kommenden Monaten.

Für die Winterweizen-Aussaat sowie die Zuckerrübenernte sind die Bedingungen gerade ideal. Die geringe Feuchtigkeit sei auch beim Körnermais viel wert, so der Vorsitzende des Landvolk-Pflanzenausschusses. "Die geringere Feuchtigkeit beim Körnermais spart anschließend Trocknungskosten", erklärt Meyer und freut sich über die guten Erträge für die Bauern.

Zwischenfrüchte schützen vor Austrocknung

Auch Zwischenfrüchte helfen, den Boden vor Erosion und Austrocknung zu schützen. Aktuell blühen Phacelia und Senf lila beziehungsweise gelb auf den Feldern. "Der Senf bedeckt das Feld und unterdrückt so die Unkrautneubildung. Er wächst bis Weihnachten, bleibt dann über den Winter stehen bis er abfriert und wird später eingearbeitet", erklärt Meyer. 

Die Blätter der Phacelia bewirkten laut Meyer ebenfalls eine gute Bodenbeschattung und Unkrautunterdrückung. Phacelia gilt als Gesundungsfrucht, denn die hohen Mengen organischen Materials, die im Boden verbleiben, erhöhen den Humusgehalt und so die Ertragfähigkeit der Böden.

Meyer verzeichnet eine gute und schnelle Herbstbearbeitung der Felder: "Aufgrund knapper, aber ausreichender Bodenfeuchte können wir Landwirte Pflanzenschutz im Wintergetreide im Herbst mit sehr geringen Aufwandmengen durchführen."

Insgesamt aber zu wenig Niederschlag

Sorge bereiten Meyer jedoch die insgesamt niedrigen Niederschläge. 

Regional sehr unterschiedlich regnete es 2020, sodass von einem dritten Trockenjahr in Folge gesprochen wird. "Insgesamt ist die klimatische Wasserbilanz im Negativen. Feld und Wald benötigen dringend Niederschläge, damit die Wasserspeicher weiter aufgefüllt werden", wünscht sich Meyer. Laut dem Fachverband Feldberegnung fiel das Defizit der klimatischen Wasserbilanz im Vergleich zum langjährigen Mittel überdurchschnittlich hoch aus.

Mit Material von Landvolk Niedersachsen

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