Schlepper und Pflug auf dem Acker
Christel Grommel | am

Nitrat in Ackerböden flächendeckend messen

Bisher gibt es kein Verfahren, mit dem der Nitratgehalt im Boden kontinuierlich über eine größere Fläche hinweg gemessen werden kann. Ein Bayreuther Forschungsprojekt will flächendeckende Messungen vor Ort ermöglichen.

Auf der Grundlage der elektrischen Impedanzspektroskopie soll eine Technik entwickelt werden, die auf landwirtschaftlich genutzten Feldern großflächige Nitratmessungen ermöglicht.

"Bisher wird der Nitratgehalt in Ackerböden meistens dadurch ermittelt, dass vereinzelte Bodenproben im Labor analysiert werden. Wenn die Messungen dagegen vor Ort vorgenommen werden, mit Hilfe einer an landwirtschaftlichen Geräten oder Fahrzeugen befestigten Apparatur, können sie sich im Idealfall über eine große landwirtschaftliche Fläche erstrecken und ein vollständiges Bild der Nitratbelastung liefern. Dies hätte enorme ökologische und wirtschaftliche Vorteile", sagt Fischerauer, Inhaber des Lehrstuhls für Mess- und Regeltechnik an der Universität Bayreuth.

Umfangreiche Informationen zur Bodenqualität

Fischerauer verweist auf die umfangreichen Informationen zur Bodenqualität, die aus dem angestrebten Verfahren hervorgehen und eine effizientere Bewirtschaftung der Felder ermöglichen. So könnten Landwirte durch den gezielten Einsatz von Düngemitteln die Produktionskosten senken. Zudem würden die Kosten, die im Fall einer ständiger Überdüngung für die Grundwasserreinigung aufgebracht werden müssen, beträchtlich sinken.

Bei Laboranalysen von Materialien habe sich die elektrische Impedanzspektroskopie (EIS) hervorragend bewährt. Anhand der gemessenen Spektren ließen sich Rückschlüsse auf die chemische Zusammensetzung von Materialien ziehen. Unklar sei noch, ob sich diese Informationen mit gleicher Zuverlässigkeit auch in der freien Natur gewinnen ließen.

Fischerauer und sein Team wollen die elektrische Impedanzspektroskopie so weiterentwickeln, dass sie auf Ackerflächen zur Messung von Nitratkonzentrationen anwendbar ist. Bei erfolgsversprechenden Forschungsergebnissen soll ein Pilotprojekt starten. 

Mit Material von idw
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