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Christel Grommel | am

Nitratbelastung in Niedersachsen baut sich nur langsam ab

Das Umweltministerium teilte auf eine Anfrage der Grünen im Landtag mit, dass die Einhaltung des Grenzwerts bis 2027 möglicherweise nicht gelingen könnte.

In ihrer Anfrage bezogen sich die Abgeordneten auf den 26. Niedersächsischen Grundwasser-Workshop des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Dort wurde die Einschätzung abgegeben, "dass die im Rahmen der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) vorgegebenen Ziele aufgrund der sehr hohen Nitratgehalte im Grundwasser und der Stickstoffüberschüsse aus der Landwirtschaft in 2027 kaum zu erreichen sind."

Auf die Frage, ob die Landesregierung diese Einschätzung teile, gab das Umweltministerium in Hannover an, dass derzeit 39 Grundwasserkörper im Land aufgrund der Nitratbelastung in einem schlechten Zustand seien. Bis zum Ende des Bewirtschaftungszeitraums 2027 müsste sich dies laut entsprechender EU-Wasserrahmenrichtlinie jedoch gebessert haben. Als Höchstwert für Nitrat im Grundwasser gelten 50 Milligramm pro Liter. 

 

Umweltministerium will keine Anpassung der DüV

Die Landesregierung gehe davon aus, dass die notwendigen Maßnahmen zur Zielerreichung bis 2027 umgesetzt werden. Direkt darauf folgte im Text der Antwort jedoch ein Aber: "Da sich jedoch die Prozesse im Kontext des Grundwassers, wie Grundwasserneubildung, Sickerwasserbewegung und Fließzeiten, innerhalb der Wasserkörper über (teilweise sehr) lange Zeiträume erstrecken, wird die Zielerreichung, d. h. die Einhaltung des Grenzwertes von 50 mg Nitrat/l im Grundwasser, voraussichtlich nicht bis zu diesem Zeitpunkt gelingen."

Als Zeitraum der erwarteten Zielerreichung wurde grob 2045 prognostiziert. 

Das Umweltministerium stimmte dem NLWKN aber nicht dahingehend zu, dass die Düngeverordnung deutlich angepasst werden müsse. Es bedürfe "enormer gemeinsamer Anstrengungen". Jedoch ließen die bundesweiten Modellrechnungen und Wirksamkeitsbetrachtungen der DüV 2020 mit AGRUM DE erwarten, dass die Maßnahmen und die damit verbundenen Auflagen einen entscheidenden Beitrag zur Reduktion der Stickstoffüberschüsse leisten würden.

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