Apfelanlieferung in einer Mosterei.
Ellen Hartmann | am

Northeim: Bürger geben weniger Obst bei Mostereien ab

Seit September ist wieder viel los in den niedersächsischen Mostereien. Doch scheinbar haben immer weniger Niedersachsen Lust, Obst zu sammeln und bei Mostereien abzuliefern. Woran liegt das?

In zahlreichen Mostereien in Niedersachsen können Bürgerinnen und Bürger Obst aus ihren eigenen Gärten oder von Streuobstwiesen abgeben. Dafür bekommen sie frisch gemostete Säfte. Doch der Trend, selbst Obst zu sammeln und bei Mostereien abzugeben sei bereits seit Jahren rückläufig, so Andereas Creydt, Inhaber der Mosterei Creydt aus Dassel im Landkreis Northeim

Obst-Sammelstellen: Aufwand zu groß, Profit zu gering

Laut Creydt sei die Generation der 60- bis 70-Jährigen, die Gruppe, die fleißig Obst zu den Mostereien gebracht hätte. Allerdings könne sich diese "Bück-Generation" langsam nicht mehr bücken. "Die sterben aus", spricht Creydt Klartext. Denn die jüngere Generation habe beinahe kein Interesse daran Obst zu sammeln. "Dazu kommt noch, dass wir innerhalb der gesamten Branche ein Riesenproblem haben, dass wir keine Obstsammelstellen mehr finden", so der Mosterei-Chef. Früher hätten auch Landwirte Obst für die Mostereien entgegengenommen, doch diese Sammelstellen seien weggefallen. Mittlerweile hätten Getränkemärkte, Gartencenter oder Baumärkte als Obstannahmestelle diese Aufgabe übernommen. "Aber auch die sagen, der Aufwand ist zu groß und der Profit zu gering:"

Streuobstwiesen helfen Mostereien nicht

Auch wenn es in den letzten Jahren zahlreiche Initiativen für Streuobstwiesen gegeben hätte, mache sich dies nicht in einer steigenden Anlieferungen bei den Mostereien bemerkbar, so Creydt. Damit das fehlende Obst ausgeglichen werde, müssten die Betriebe in Niedersachsen Obst aus dem Alten Land oder vom Niederrhein zukaufen.Vom Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie heißt es, dass es 2020 in Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein 23 Mitgliedsbetriebe gegeben habe, die einen Umsatz von 471 Millionen Euro gemacht hätten. 2019 lag diese Summer noch bei 476 Millionen Euro. In ganz Deutschland gibt es 332 Fruchtsafthersteller. 

Mit Material von dpa
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